Fußball

Viennas gefährlicher Weg mit „Promi-Transfers“

Das Winter-Einkaufsprogramm des Zweiten aus der Regionalliga Ost übertrifft das von vielen  Klubs aus der Bundesliga. Das steht schon eineinhalb Wochen vor Ende der Transferzeit fest. Schon im Sommer ging die Vienna mit Plänen zum Aufstieg in die zweite Liga an die Öffentlichkeit. Auch aus der Vision, in die oberste Spielklasse zurückzukehren, machte Wiens ältester Fußballklub kein Geheimnis. Platz zwei nach der Herbstsaison hinter Stripfing muss auf der  Hohen Warte so etwas wie Panik ausgelöst haben. Darauf lassen die „Promi-Transfers“ in diesem Jahr schließen, die Sportchef Markus Katzer unter Dach und Dach brachte.

Der Ex-Austrianer Tomas Simkovic war der erste, der mit Katzer einen gelben Vienna-Dress in die Kameras hält. Er gehört 2007 zu Österreichs erfolgreichem Team bei der U 20-WM in Kanada, sechs Jahre später zur letzten violetten Meistermannschaft, verabschiede sich ein Jahr darauf. Zunächst nach Kasachstan, dann nach Litauen, zuletzt nach Lettland, wo er mit Rigas  Meister wurde. 34 Jahre jung ist der Mittelfeldspieler, der sich durchaus noch die Bundesliga zutrauen würde. Aber vom Projekt Vienna total überzeugt ist.

Auf einen Ex-Austrianer folgten zwei Ex-Rapidler. Zunächst der 31 jährige Defensiv-Allrounder Stephan Auer (Bild oben) nach elf Jahren in der Bundesliga bei Admira, Rapid und wieder Admira. Der andere ist der 30 jährige Lukas Grozurek, der letztes Jahr in Georgien mit Dinamo Batumi Meister wurde. Die Vienna ist der fünfte Klubs von Grozurek seit seinem Abschied von Admira vor drei Jahren. Danach war er bei Sturm, in Deutschland bei Karlsruhe, bei  St.Pölten und in Georgien. Die Draufgabe war Offensivspieler Nils Zatl, zuletzt  in Kasachstan, auf Zypern und beim FAC. Auch ein neues „Outfit“ darf da nucht fehlen: Ein nigelnagelneuer Fanshop am Stadionvorplatz.

Publicity hat die Vienna durch diese Promi-Transfers genug. Aber es ist ein gefährlicher Weg mit der Devise „Aufstieg unter allen Umständen“. Katzer verfolgte immer den Plan, schon in der Regionalliga eine Mannschaft zu haben, die den Ansprüchen der zweiten Liga gerecht wird. Offenbar konnte die ihn im Herbst nicht davon überzeugen. Aber können Spieler, die ihre beste Zeit zweifelsohne schon hinter sich haben, noch einmal die nötigen Impulse liefern? Oder anders gefragt: Haben sie den Biss und den Willen, nochmals weiter oben zu spielen oder wollen sie nur gegen gute Bezahlung ihre Karriere ausklingen lassen? Katzer kann dagegen argumentieren, dass er mit Auer und Grozurek zusammen gespielt hat, ihren Charakter daher kennt.

Die Vienna hat mit den Winterkäufen nicht weniger als acht Spieler im Kader, die älter als 30 Jahre sind. Am erfahrensten ist der 38 jährige Ex-Rapidler Mario Konrad. Keine leichte Aufgabe für einen Trainer, in dem alle ein Riesentalent sehen, eine Art Julian Nagelsmann von Österreich. Alexander Zellhofer ist erst 27.

 

Foto: First Vienna FC.

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