Fußball

Von Alaba bis Sabitzer: Für sieben wird es die zweite EM-Teilnahme

Eine Viertelstunde nach Schlusspfiff im Stozice-Stadion von Laibach kamen die jubelnden österreichischen Spieler mit einer rot-weiß-roten Fahne nochmals zum Sektor mit ihren 800 Fans. Nur lachende Gesichter, auch von Franco Foda. Der 13.Sieg im 20. Spiel seiner Ära bei fünf Niederlagen und zwei Unentschieden machte ihn mi einem Punkteschnitt von 2,05 zum bisher erfolgreichsten österreichischen Teamchef, der mindestes zehn Spiele im Amt war. Er hat dem Team in den fast zwei Jahren ein anderes Gesicht mit verschiedenen Systemen verpasst. Seit Sonntag ist es ein erfolgreiches. Denn es zählt nur die Qualifikation. Auch wenn die sicher nicht so historisch sein wird  wie die erste vor vier Jahen ohne Niederlage, bei der Schweden und Russland ähnlich stark waren wie Polen, aber sicher größere Hürden als Slowenien, Israel und Nordmazedonien. Und man muss ehrlich sein: Österreichs Kader hat mit mehr Legionären als vor vier Jahren auch in der Breite mehr Qualität. Den Legendenstatus, den Fodas Vorgänger Marcel Koller nach der EM-Qualifikation einige Zeit hatte, eroberte er noch nicht. Aber das wird ihm ziemlich egal sein.

Gejubelt wurde im rot-weiß-roten Fansektor bereits ab der 21.Minute, als Kapitän Julian Baumgartlinger Stefan Posch zu seinem ersten Tor im Teamdress gratulierte (Bild oben). Das sollte entscheidend bleiben. Das personell geschwächte Österreich war noch immer zu gut für ein limitiertes Slowenien. Das mag mit Qualität, Reife und Mentalität zu tun haben, eine Reifeprüfung gewesen sein.  Baumgartlinger sprach noch eine andere Ursache an, die dafür verantwortlich sein könnte, dass nach dem Fehlstart im März sechs Spiele ohne Niederlage mit fünf Siegen gelangen, damit die große Wende zum Happy End: „Wir haben lehrreiche Jahre hinter uns, wissen, was passieren kann, wenn man glaubt, es passt schon alles“. Da wird sich der Routinier wohl an 2016 und die EM-Endrunde in Frankreich sowie die danach verpasste  WM-Qualifikation erinnert haben.

Der Kapitän wird einer von sieben Spielern sein, für die es 2020 die zweite Teilnahme an einer Europameisterschaft wird. Das kann man, wenn man Fodas bisherige Personalentscheidungen in Betracht zieht, schon prophezeien. Vorausgesetzt, sie bleiben von schweren Verletzungen verschont. Angefangen von David Alaba über Marko Arnautovic,  Baumgartlinger, Aleksandar Dragovic, Martin Hinteregger, Stefan Ilsanker bis zu Marcel Sabitzer. Aus Kollers EM-Kader können noch drei auf ihr zweites EM-Ticket hoffen: Tormann Heinz Lindner, Sebastian Prödl, sofern er bei Watford die Kurve kriegt und Alessandro Schöpf, wenn er bei Schalke nach seiner Verletzung in den Rhythmus kommt. EM-Neulinge werden garantiert Stefan Lainer, Posch, der Goldschütze von Laibach, Andreas Ulmer, für den es mit 34 zum Happy End im Teamdress kommen wird, Xaver Schlager, Konrad Laimer und Valentino Lazaro. Werden maximal zehn  Plätze sein, die nich zu vergeben sind. Die Konkurrenz wird groß sein,  speziell bei den Innenverteidigern, von denen es auch Philipp Lienhart, Max Wöber und Kevin Danso schaffen wollen. „Unglaublich, wie viele gute Spieler Österreich im letzten Jahrzehnt produziert hat“, applaudierte der ehemalige Sportchef Willi Ruttensteiner, der den Laibach-Sieg in Tel Aviv am TV-Schirm sah, „da kann man nur applaudieren. Österreich hat sich Platz zwei wirklich verdient!“ Die Chancen von Andi Herzog, mit Israel noch Platz drei zu erobern, wuchsen durch die Siege von Polen und Österreich.

Noch als die Spieler in Laibach mit den Fans feierten, erschien auf der ÖFB-Homepage zum Bild des jubelnden Baumgartlinger die Aufforderung: „Sichere Dir Dein Ticket gegen Nordmazedonien!“ Die Kartenpreise bleiben unverändert: 66 Euro für den ersten und zweiten Rang auf den Längsseiten, 42 für den dritten. Die Kurvensitze kosten 32 Euro. Ob das Happel-Stadion erstmals seit dem 0:3 gegen Brasilien am 10.Juni 2018 ausverkauft sein wird? Dafür spricht, dass an einem Samstag Abend das EM-Ticket gesichert werden kann. Das hilft. Allerdings kann es am 16.November um 20.45 Uhr schon ziemlich frisch sein. Die viel größere Herausforderung an die Fans punkto Kosten wird erst die Endrunde, die am 30. November in Bukarest ausgelost wird. Von den sechs Gruppen gibt es nur eine, die in Städten gespielt wird, die für Österreicher problemlos zu schaffen sind, Nämlich in München und Buakrest. Aber die in Rom und Baku, in St.Petersburg und Kopenhagen, Amsterdam und Bukarest, London und Glasgow sowie Bilbao und Dublin wären schon ziemlich heftig! Zwischen Rom und Baku liegen 3597,9 Kilometer. Fahrzeit mit dem Auto: 51 Stunden!

 

 

Foto: ÖFB.

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