Fußball

Friedl verstärkt U 21 gegen Guardiolas größtes Talent

Via DAZN sahen Österreichs U21-Hoffnungen und ihr Teamchef Werner Gregoritsch Sonntag Abend in Milton Keynes das für das EM-Ticket praktisch entscheidende 1:0 des Nationalteams über Slowenien. Einer, der in Laibach auf der Bank sass, kam Montag zu ihnen, um Dienstag Abend mitzuhelfen, dass nach dem „Pflicht-Siegeshattrick“ gegen Andorra, Albanien und die Türkei beim haushohen Favorit  England eine Überraschung gelingt: Marco Friedl, Legionär bei Werder Bremen. Er wird als Linksverteidiger benötigt. Mit Max Wöber gelang diese Aktion nicht. Zur Enttäuschung von Gregoritsch.

Auf die „Nobodys“, die bisher aufzeigten, wartet Dienstag, wie Gregoritsch feststellte, eine neue Welt. Sie treffen auf Jungstars, von denen einige einen höheren Marktwert haben als der gesamte österreichische Kader. Auf 35 Millionen steht er bei Callum Hudson Odoi, dem 18jährigen Linksaußen von Chelsea. Ebenso beim Kreativspieler Ryan Sessegnon, der im August von Premier League-Absteiger Fulham zu Tottenham gewechselt war. Nur auf 30 bei Phil Foden. Aber das Eigengewächs von Manchester City gilt als der Topstar der englischen Himmelstürmer. Nicht, weil der 19jährige beim 2:0-Heimsieg  gegen Kosovo beide Treffer erzielte, sondern weil sein Klubtrainer Pep Guardiola Foden als talentiertesten Spieler, den er je gesehen hat, bezeichnete. Das Urteil kommt  einem Ritterschlag gleich.

Denn Guardiola hat früher bei Barcelona und Bayern München mit Kalibern wie Lionel Messi, Andres Iniesta, Xavi, Robert Lewandowski oder den von ihm hoch geschätzten David Alaba gearbeitet. Der spanische Trainerstar gestand allerdings auch ein, dass er Fodens größtes Problem ist, weil er ihn so selten in die Startelf stellt. So gut wie nie findet sich der für Übersicht, Schuss-und Passgenauigkeit gefeierte Youngster in Peps Startelf wieder. Er lernt bei Guardiola eben im Training. Der drückte seine Wertschätzung gegenüber Foden auch dadurch aus, dass er in der Sommertransferzeit einen Wechsel untersagte. Ausser jemand hätte 500 Millionen Euro bezahlt. Nur um so viel Geld dürfe man Foden verkaufen.

Zum Vergleich: Der österreichische U21-Spieler mit dem höchsten Marktwert ist laut dem Internet-Portal „Transfermarkt“ Southampton-Legionär Kevin Danso mit acht Millionen. Für ihn ist das Match in Milton Keynes, einer 300.000 Einwohner-Stadt 90 Kilometer von London entfernt, auch aus persönlichen, emotionellen Gründen etwas ganz besonderes: Dort lebte er mit den Eltern zwischen seinem 6. und 16.Lebensjahr, ehe er 2014 nach Augsburg wechselte. Bei den Milton Keynes Dons, dem Nachfolgeklub des FC Wimbledon, wurde Danso in der Nachwuchsschule, die als eine der besten in England gilt, ausgebildet. Gemeinsam mit Englands Teamspieler Dele Alli, der ein Jahr nach Danso Milton Keynes verließ. Allerdings in Richtung Tottenham. Als Attraktionen der Stadt im Südosten Englands gelten außer dem 30.000 Zuchauer fassenden Stadion, in dem der aktuell 19. der dritten englischen Liga spielt,  Europas größte Skihalle mit Naturschnee und ein 760 Meter langes Einkaufszentrum.

In Milton Keynes zum zweiten Mal Österreichs Kapitän zu sein, das macht Danso stolz. Vor dem Anpfiff wird die U 21 am Rasen wie gewohnt den Kreis bilden (Bild oben Freitag beim 3:0 gegen die Türkei in Ritzing), sich darauf einschwören, alles für den Sieg zu tun: „Es macht unglaublich Spaß mit dieser Truppe, weil sie talentiert und hungrig auf Erfolg ist. Jetzt wartet die besondere Herausforderung“, meint Gregoritsch. Ein Unentschieden wäre eine gewaltige Überraschung, die sich selbst „No Names“ wie Nicolas Meister von den OÖ Juniors aus der zweiten Liga, bisher dreifacher Torschütze, zutrauen. Sein Marktwert: Derzeit erst 350.000 Euro.  „Wenn wir einen Punkt mitnehmen, dann spielen wir sogar um den Gruppensieg“, prophezeite Gregoritsch, „dazu müssen wir bescheiden bleiben und nicht glauben, wir könnten zaubern.“ Und darum hörten die Dreifach-Sieger seit Sonntag von ihm, dass sie kompakter als in der zweiten Hälfte gegen die Türkei spielen müssen, um gegen die „Young Lions“ bestehen zu können.

 

Foto: ÖFB.

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