Fußball

Von allen Sindelfingen-Siegern wurden nur drei Stammspieler bei Rapid

Zum dritten Mal nach 2016 und 2020 triumphierten Rapids Talente auf Kunstrasen beim großen Mercedes Benz-Cup für U 19-Teams im Glaspalast von Sindelfingen. Das bringt sicher Prestige, sorgt für einige Erwartungen. Aber deshalb zu sagen, Rapid brauche vor der Zukunft keine Angst zu haben, wäre übertrieben optimistisch. Denn wenn man sich die Siegermannschaften von 2016 und 2020 anschaut, dann schafften daraus nur drei den Sprung zum Stammspieler. Als Erster Dejan Ljubicic, aktuell Tormann Niklas Hedl und Martin Moormann. Yusuf Demir, 2020 zum besten Spieler des Turniers gewählt, war bei Grün-Weiß kein Stammspieler, als er 2021 auf Leihbasis zum FC Barcelona wechselte. Auch nicht bei der Rückkehr nach einem halben Jahr. Er war auf einem guten Weg, als er im September erneut Rapid verließ. Diesmal zu Galatasaray Istanbul. Beim türkischen Tabellenführer absolvierte er mittlerweile sechs Spiele, drei weniger als bei Barcelona. Demir ist unangefochten der Sindelfingen-Sieger, der Rapid den größten Transfererlös brachte. Nämlich 6,5 Millionen Euro.

Ljubicic kam ein Jahr nach Sindelfingen bereits in den Kader der Profis, wuchs zum Kapitän, wechselte im Sommer 2021 ablösefrei zum 1. FC Köln. Dort zählt er mittlerweile zu den auffälligsten Spielern mit zehn Millionen Euro Marktwert.  Ein zweiter Mann aus der damaligen Sindelfingen-Besetzung schaffte den Durchbruch, allerdings nicht bei Rapid: Attila Szalai gelang das nach Zwischenstationen in seiner Heimat Ungarn, auf Zypern vor zweieinhalb Jahren in der Türkei bei Fenerbahce. Inzwischen ist der 31 facher Teamspieler mit einem für Innenverteidiger hohen Marktwert von 15 Millionen. Aus der damaligen Mannschaft spielt derzeit auch Manuel Thurnwald in d r Bundesliga. Nicht bei Rapid. 2019 übersiedelte er nach 39 Einsätzen bei Grün-Weiß zu Altach. Die anderen? Dennis Bosnjak schaffte er nur zu Rapid II, war über die Jahre an Wr.Neustadt und FAC verliehen. Albin Gashi begann ein Jahr nach Sindelfingen seine „Wechseltour“. Zum FAC, nach Holland zu Den Bosch, danach Horn, wieder FAC, Kukesi in Albanien, jetzt erneut Horn. Julian Küssler galt als große Stürmerhoffnung, spielt inzwischen bei Korneuburg. Samuel Oppong, Mittelfeldspieler, versuchte es schon bei acht Klubs ohne großen Erfolg. Bei Admira, Blau Weiß Linz, Olympiakos Nikosia, Kapfenberg, Rapid II, Marchfeld, DSV Leoben und Traiskirchen in der Regionalliga Ost.

Hoffnungsvoller sieht es bei den Siegern aus 2020 aus: Hedl ist die aktuelle Nummer eins, der andere Tormann der Sindelfingen-Besetzung, Nikolas Polster, wich dem Konkurrenzkampf aus, kam via LASK Juniors in Österreichs U 21. Linksfuß Moormann bestritt bereits 39 Bundesligaspiele für Rapid, Moritz Oswald 16. Ihm trauen viele im Frühjahr den Sprung zum Stammspieler zu. Noch in Warteposition sind die Verteidiger Pascal Fallmann, der in Sindelfingen erst 16 Jahre jung war, und Marko Dijakovic. Beide spielten bisher dreimal in der Bundesliga, bei Linksfuß Dijakovic verhinderten Verletzungen wahrscheinlich mehr Einsätze. Tobias Hedl, der zwei Jahre jüngere Bruder des Keepers, und Mustafa Kocyigit versuchen weiter, sich via Rapid II und zweite Liga zu empfehlen.,

Eine der Sieger von heuer war auch vor drei Jahren dabei: Enes Tepecik, der Kapitän, ein offensiver Mittelfeldspieler mit der Erfahrung von 34 Spielen aus der zweiten Liga. Heiße Tipps für den Sprung nach oben sind zudem der aus dem Kongo stammende, 1,87 Meter große Innenverteidiger Aristot Tambwe-Kasengele und Kapitän Nikolaus Bajlicz. Alle drei sind erst 18. Daher ist auch etwas Geduld gefragt.

 

Foto: SKRapid/MercedesBenz-Cup.

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