Bevor Österreichs Team am Samstag von Santa Barbara nach Dallas zum zweiten Gruppenspiel gegen Weltmeister Argentinien und Superstar Lionel Messi flog, trainierte Stefan Posch im Harder-Stadium erstmals mit der „Kieferschutz“, hatte keine Probleme. Der Klub von Florian Grillitsch, Sporting Braga, gab bekannt, dass der Niederösterreicher die Option auf den Ausstieg aus dem Zweijahresvertrag gezogen hat und Portugal nach einem Jahr wieder verlässt. Hätte sein Berater Thomas Böhm nicht schon einen neuen Arbeitgeber für ihn parat, wäre das so nicht passiert. Nicht nur bei Grillitsch ist die Zukunft offen, sondern auch bei Teamkapitän David Alaba. Kein anderer aus Österreichs WM-Kader hat gegen Messi so oft gespielt wie er. Viermal – dreimal gewann Alaba.
Erstmals vor 13 Jahren. Am 23. April 2013 im Semifinale der Champions League mit Bayern gegen den FC Barcelona in München. Bayern gewann 4:0, Alaba spielte damals unter Trainer Jupp Heynckes noch linker Verteidiger, bereitete das vierte Tor vor. In der Saison gewann Alaba mit Bayern sein erstes Triple. Das zweite folgte sieben Jahre darauf. Und wieder war ein Sieg gegen Barcelona dabei. Wegen Corona gab es ab dem Achtelfinale ein Turnier unter Ausschluss der Öffentlichkeit in Lissabon. Bayern deklassierte im Viertelfinale Barcelona 8:2 (3:1). Innenverteidiger Alaba glich durch ein Eigentor für Barcelona zum 1:1 aus, aber das spielte keine Rolle. Von Messi war nichts zu sehen, er ging mit Barcelona unter.
Danach traf Alaba zweimal im Frühjahr 2022 auf dem Weg zu seinem ersten Champions League-Triumph mit Real Madrid im Achtelfinale auf Paris St. Germain mit Messi, Neymar und Kylian Mbappe. Im Parc des Princes verschoss Messi einen Elfmeter, Paris gewann durch ein Mbappe-Tor in letzter Minute 1:0. Im Bernabeu-Stadion führte Paris durrch Mbappe 1:0, drei Tore von Karim Benzema in 16 Minuten sicherten Real noch den Aufstieg. Nach dem dritten Treffer gab es den inzwischen legendären Alaba-Jubel mit einem weißen Klappsessel in der Hand. Vielleicht sollte Teammanager Lennart Coerdt einen weißen Klappsessel parat haben, falls Österreich eine Sensation gelingt.
Foto: Yigit Oerme.