Fußball

Wahnsinnstor von Leo Querfeld aus 34 Metern mit 118 km/h

In 62 Jahren deutsche Bundesliga gab es in 18.875  Spielen keines, in dem acht Tore in der ersten Spielhälfte fielen. Samstag passierte es zum ersten Mal in der ausverkauften Alten Försterei im Berliner Stadtteil Köpenick beim 4:4 (4:4) zwischen Union Berlin und dem VfB Stuttgart, mit dem „Eisernen“ aus der Hauptstadt auch rechnerisch den Klassenerhalt fixierten. Der irre Spielverlauf: 1:0, 2:0, 2:1, 2:2, 3:2, 3:3, in der Nachspielzeit der ersten Hälfte 3:4 und 4:4. Zwei Österreicher hatten einen großen Anteil, dass aus dem Stadion ein Tollhaus wurde: Die Ex-Rapidler Leopold Querfeld und Christopher Trimmel. Für sie war es ein Jubeltag. Querfeld hatte beim 2:0 den Assist per Kopf, erzielt das 3:2 selbst. Kapitän Trimmel bereitete mit seinen Standards alle Tore bis auf das von Querfeld war. Donnerstagabend noch Co-Kommentator von Canal+ beim Conference League-Desaster seines ehemaligen Klubs in Hütteldorf, 43 Stunden eine herausragende Leistung auf dem Rasen. Wie macht das der 38 jährige? Im „Sky“-Interview verriet er nachher: „Ich möchte spielen, bis ich 40 bin!“

Querfelds zweites Tor in seinem 23. Bundesligaeinsatz war der helle Wahnsinn: Ein Schuss aus 34 Metern Entfernung mit rechts, der mit 118 Stundenkilometern im Stuttgarter Tor einschlug. Tormann Alexander Nübel konnte die „Querfeld-Granate“ nur berühren: „Nach dem Training probiere ich öfters solche Gewaltschüsse aus größerer Entfernung, mit denen kaum einer rechnet. Manchmal gelingen sie gut, diesmal auch im Spiel“ strahlte der 21 jährige, der zuvor Anfang März beim 2:1-Auswärtssieg gegen Eintracht Frankfurt sein erstes Tor erzielte. Nicht so spektakulär. Samstag sorgte er bei den 22.012 Zuschauern für Begeisterungsstürme.

Auch ein andere Österreicher traf. Das zweite Saisontor von Konrad Laimer war allerdings eher normal: Beim 4:0 (3:0)-Anti-Frust-Sieg von Tabellenführer Bayern in Heidenheim erzielte er das 2:0. Nach einem Lochpass von Serge Gnabry lief Laimer dem Ex-Austrianer Frans Krätzig davon, traf ganz sicher mit rechts. Zur Pause durfte der Dauerläufer aufhören, das Match war bereits gewonnen. Der Samstag-Sieger im Kampf um den vierten Champions League-Platz hieß Philipp Lienhart: Er überholte mit Freiburg durch den 3:2 (2:2)-Heimsieg über Hoffenheim, die Mannschaft von Christian Ilzer, Mainz, liegt als Fünfter nur einen Punkt hinter RB Leipzig. Mainz ließ ohne den verletzten Philipp Mwene, den sein Landsmann Niklas Veratschnig als linker Außenbahnspieler ersetzte, beim 2:2 (2:1) gegen Wolfsburg zwei Punkte liegen. Patrick Wimmer spielte in der Mannschaft von Ralph Hasenhüttl bis zur 63 Minute, für Wolfsburg war es der erste Punkt nach vier Niederlagen hintereinander. Leipzig schaffte daheim mit Nicolas Seiwald und Christoph Baumgartner gegen Schlusslicht Holstein Kiel nur ein 1:1 (1:1), bei dem der Ausgleich durch einen vom Ex-Salzburger Benjamin Sesko verwandelten Elfmeter fiel. Weiter im Flow blieben Romano Schmid und Marco Fried mit Werder Bremen. Das späte 1:0 (0:0) gegen Bochum fiel nach der Einwechslung von Ex-Rapidler Marco Grüll. Bremen liegt nur noch zwei Punkte hinter Mainz.

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