Fußball

Was Rangnicks Devise 2-4-6 bedeutet: „Wir brauchen Topleistungen!“

Keine Überraschung im Kader von Österreichs Teamchef Ralf Rangnick für die entscheidenden WM-Qualifikationsspiele gegen Zypern in Limassol und Bosnien im ausverkauften Happel-Stadion. Das kam nicht wirklich überraschend, obwohl es genug Gründe für Umstellungen gegeben hätte. Etwa fehlende Spielpraxis bei den Stürmern Michael Gregoritsch, Marko Arnautovic und Raul Florucz oder die Reservistenrolle, die Stefan Posch und Alexander Prass meist bei Hoffenheim und Como haben. Auch bei den Rückkehrern Xaver Schlager und Patrick Wimmer, die im Oktober verletzt fehlten, gibt es Fragezeichen: Schlager wurde bei RB Leipzig bisher nur eingetauscht, kam mehrmals für Christoph Baumgartner (Bild), spielte aber nie länger als 45 Minuten, Wimmer  nach seinem Muskelfaserriss bisher nur einmal. Veränderungen gab es bei den Stürmern nur auf der langen Abrufliste: Auf der stehen nicht mehr Max Entrup und Sasa Kalajdzic vom LASK, sondern erstmals der 22 jährige Elias Havel, die LASK-Leihgabe bei Hartberg, und wieder einmal Rapids Ercan Kara und Heidenheim-Legionär Matthias Honsak.

Auch ein neuer Tormann wird ab Montag bei der Vorbereitung in Paphos dabei sein: Der 25 jährige gebürtige Deutsche Nicolas Kristof vom Zweitligisten Elversberg, der bisher bei keinem österreichischen Klub spielte. Aus Trainings-organisatorischen Gründen kann er sich laut Teamchef als vierter Tormann nach Alexander Schlager, Patrick Pentz und Nikolas Polster erstmals „zeigen“. Rangnick will die fünf Tage vor dem Duell gegen die Zyprioten  dazu nützen, alle auf „high intensity“ einzustimmen, gab Dienstag bei der Kader-Bekanntgabe im ÖFB-Campus Aspern die 2-4-6-Formel als Devise aus: „Egal, ob wir zwei, vier oder sechs Punkte aus diesen zwei Partien holen, sind wir Gruppensieger und bei der WM dabei!“ Also auch mit zwei Unentschieden, selbst wenn Bosnien vor dem Wiener „Finale“  Rumänien in Zenica bezwingen sollte.  Zypern ist bisher in Heimspielen unbesiegt, holte gegen Bosnien und Rumänien einen 0:2-Rückstand auf. Daher sagt Rangnick: „Eine Durchschnittsleistung wird nicht reichen, wir müssen top sein!“ Das waren von seinen Offensivspielern im Kader in den letzten Wochen zu wenig. In erster Linie Christoph Baumgartner, der Dienstag im Leipzig-Training zwecks Belastungssteuerung pausierte, dann auch Rapids Nikolaus Wurmbrand oder Ex-Rapidler Marco Grüll bei Werder Bremen. Fix ist, dass so viele österreichische Fans wie zuvor nie das Team in Zypern unterstützen werden: 1500 werden im 10.600 Zuschauer fassenden Alphamega-Stadium von Limassol sein.

Auf David Alabas Einsatz gegen Bosnien hofft Rangnick, obwohl der Teamkapitän nach der Mitte Oktober erlittenen Wadenverletzung bisher bei Real Madrid noch nicht wieder mit der Mannschaft trainierte: „Noch sind zwei Wochen Zeit“ meinte Rangnick.

Foto: RB Leipzig.

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