Eishockey

Wie früher bei Ralph Krueger: Im Ländle stiehlt Eishockey dem Fußball die Show

Austria Lustenau ist in der Bundesliga Letzter, Altach liegt auf Rang zehn, könnte nach der Punkteteilung auch in den Abstiegskampf verwickelt sein. Der Vorarlberger Fußball hat schon bessere Zeiten erlebt. Im Eishockey wird seit Dienstag über einen historischen Erfolg gejubelt: Die Pioneers Vorarlberger schafften bereits im zweiten Jahr ihres Bestehens den Aufstieg ins Viertelfinale der ICE League. Durch zwei Siege in den Pre Play offs gegen die Innsbrucker Haie. Sonntag gewannen die Pioneers erstmals in Tirol (6:3), Dienstag gab es in Feldkirch das umjubelte 5:2 (2:1, 3:0, 0:1). Vor 3132 Zuschauern in der Vorarlberg-Halle. Eine Rekordkulisse bei einem Heimspiel der Pioneers, die vor Saisonbeginn auch von ernst zu nehmenden Experten als schwächste österreichische Mannschaft in der Liga eingeschätzt wurden. Aber gleich drei, die Grazer 99ers, die Vienna Capitals und die Innsbrucker Haie waren schwächer, Warum es ganz anders kam, Eishockey im Ländle Fußball so wie vor Jahrzehnten zu den Feldkirch-Zeiten des jetzigen Austria-Aufsichtsratschef Ralph Krueger die Show stehlen konnte?

Weil dem neuen Head Coach Dylan Stanley, der jahrelang bei Feldkirch in der Alps League spielte, danach im Nachwuchs arbeitete, letzte Saison Assistent von Marc Habscheid war, mit dem 27 jährigen amerikanischen Stürmer Steven Owre (Bild) ein Glücksgriff gelang. Dienstag wurde er vor dem Anpfiff als wertvollster Spieler der Regular Saison, zu dem ihm Fachjournalisten wählten, geehrt. Damit ging die Ron Kennedy-Trophy erstmals in der Liga-Geschichte nach Vorarlberg. Owre reüssierte als Topscorer. 31 Treffer ist der höchste Wert seit der Saison 2020/21. Zusätzlich verbuchte die Nummer 96 der Pioneers 31 Assists. Warum finden die Pioneers solche Legionäre und nicht die Vienna Capitals? Dienstag bestätigte Owre schon nach 39 Sekunden seine Qualitäten. Mit dem Führungstreffer. Bei den Siegen gegen Innsbruck kam er auf je drei Tore und Assists.

Vielleicht gehört zu den Gründen des Erfolgs,  dass Stanley in einer seiner ersten Amtshandlungen drei Vollzeit-Assistant Coaches und einen Tormanntrainer verpflichtete. Apropos Tormann: Dass David Madlener 32 Partien im Grunddurchgang spielte und auch beide Play-off-Partien, wird Teamchef Roger Bader gefreut haben, Auch wenn es dabei keine Rolle gespielt haben mag, dass Stanley auf keinen seiner zehn ausländischen Feldspieler verzichten wollte. Obwohl auch Österreicher, die noch älter sind als der 32 jährige Madlener, ihren dritten oder vierten Frühling erlebten, eine wichtige Rolle spielten. Wie der 36 jährige Stürmer Daniel Wöger oder der 33 jährige Verteidiger Alexander Pallestrang. Routine haben auch Kevin Macierzynski (31) und Patrick Spannring (33). Aber auch ein Junger zeigte auf: Julian Metzler, 22, feierte vor kurzem sein Debüt in der Nationalmannschaft. Zur Erfolgsmannschaft  gehören auch der 22 jährige Verteidiger Tobias Reinbacher, der ältere Bruder des von den Montreal Canadiens gedrafteten Kloten-Legionärs David Reinbacher, sowie Stürmer Luca Erne, der diese Saison bei der U 20-WM im Einsatz war.

Foto: ICE League.

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