Knapp zwei Stunden nach dem Schlusspfiff des Grunddurchgangs veröffentlichte die Bundesliga bereits die Auslosung für die Meister-und Abstiegsgruppe. Der Titelkampf beginnt Freitag in Linz mit dem Heimspiel des LASK gegen Hartberg: „Um Meister zu werden, müssen wir besser spielen“, stellt LASK-Trainer Didi Kühbauer nach dem 3:1 gegen Wolfsberg fest. In Hartberg war der Jubel groß – das Saisonziel ist bereits erreicht. Der Jubel in der Kabine der Steirer war Sonntag groß. In einer Saison, in der zu Beginn wegen der Renovierung des Stadions die Heimspiele in der neutralen Südstadt ausgetragen wurden, eine beachtliche Leistung. Weiter geht es Sonntag mit der „Revanche“ zwischen Rapid und Salzburg, diesmal in Salzburg, und Austrias Heimspiel gegen Tabellenführer Sturm Graz. Im Grunddurchgang gewann die Astria beide Spiele gegen den Meister: 1:0 in Graz, 3:1 in Favoriten.
Selbstvertrauen holte sich die Austria Sonntag mit dem 2:0 (0:0)-Auswärtssieg in Ried. Gewinnt die Austria auch das dritte Saisonduell gegen Sturm, dann überholt sie die Grazer. Mittelfeldspieler Abubakr Barry brachte die Austria in Führung, dann jubelte Abwehrchef Aleksandar Dragovic über seinen Kopfball zum Endstand (Bild). Letzte Runde traf er beim 2:2 gegen den LASK erstmals seit einer Rückkehr mit rechts, eine Woche später wieder. Ungewohnt für den inzwischen 35 jährigen. Vor seiner Legionärzeit traf er einmal für Violett. Der Treffer in Ried war dennoch ein besonderer: Weil es sein erster war, dem ein Sieg der Austria folgte. Die für viele ein heißer Tipp im Titelrennen ist. Vor allem wegen des kompakten Teamworks: Ried kam im ganzen Spiel nur zu einer Torchance und die bereits in der dritten Minute.: „Wir versuchen, demütig zu bleiben und nicht große Töne zu spucken“, meinte Dragovic im „Sky“-Interview und freute sich, dass der Erzrivale Rapid ebenfalls in der Meistergruppe steht: „Es ist schön, dass wir zwei Derbies haben. Das ist, ohne irgendwen schlechtreden zu wollen, sicher attraktiver für die Bundesliga“.
Die aktive Fanszene der Austria hat zum Unterschied von der Mannschaft kein Niveau. Auf der Reise ins Innviertel machten sie in Wels vor dem Haus des ehemaligen Sportvorstands Jürgen Werner Halt, rollten ein Transparent gegen den Investor aus, skandierten Sprechchöre. Abgesehen davon, dass es die Austria in der Bundesliga ohne den Millioneneinstieg von Werners Investorengruppe nicht mehr geben würde, zeigte sich Stunden später in Ried, dass Werner durchaus gute Arbeit als Sportchef leistete: Denn beide Torschützen holte er zur Austria. Um Dragovic zur Rückkehr zu überreden, flog er zweimal nach Belgrad. Austrias Präsident Kurt Gollowitzer verurteilte die Aktion der Fans, entschuldigte sich bei Jürgen Werner und seiner Familie: „Damit wurde eine klare Grenze überschritten.“ Aber die Hatz gegen Werner begann schon kurz nach seinem Einstieg. Ob das alles nur eine Initiative der Fans war?
Foto: Gepa Admiral.