Sechster Sieg für Meister und Tabellenführer Sturm im sechsten Auswärtsspiel: Beim 4:3 (1:1) im Siebentore-Thriller gegen Blau Weiß Linz machte wieder einmal Otar Kiteishvili den Unterschied, sorgte für den Grazer Jubel. Mit seinem späten Siegestor und einem Assist. Dadurch hat Sturm mit einem Spiel weniger drei Punkte mehr als Vizemeister Red Bull Salzburg, der vor den Augen von Jürgen Klopp, der wegen eines Red Bull-Strategiemeetings im Stadion war, gegen Altach in Unterzahl nur ein 2:2 (1:1) schaffte. Und je vier mehr als Wolfsberg und Rapid. Da mit einem Sturm-Heimsieg im Nachtrag gegen WSG Tirol zu rechnen ist, hat Sturm praktisch sechs Punkte Rückstand, Rapid sogar sieben. Nach zehn Runden für die Sturm-Herausforderer eigentlich alarmierend.
Dabei zeigte Sturm in Linz Schwächen, die nachher auch Trainer Jürgen Säumel ansprach. Nach der schnellen Führung durch ein Kopftor des Dänen Tochi Chukwuani nach einem Eckball, die Ronivaldo mit einem präzisen Kopfball ins lange Eck bald ausglich, war Sturm bis zur Pause mit dem 1:1 gut bedient. Denn Blau Weiß war besser, hatte mehr Chancen. Aber in der 73. Minute führte Sturm nach dem ersten Saisontor von Maurice Malone und einem Treffer von Leon Grgic 3:1. Alls schied entschieden, aber in der 84. Minute stand es 3:3. Nach dem vierten Tor von Shon Weissman, seinem ersten mit der Brust, für Blau Weiß, dem Premierentreffer des französischen Mittelfeldspielers Mamadou Fofana. Passierte alles innerhalb von neun Minuten. Doch Sturm hat eben Kiteishvili: Von der Strafraumgrenze genau ins lange Eck. In seinen sieben Bundesligaspielen dieser Saison traf der Fußballer des Jahres sechsmal. „Dass wir nach dem 3:1 noch in Schwierigkeiten kommen, das darf nicht passieren“, gab der Georgier zu. Sturm verlor Tormann Oliver Christensen, der bei 1:1 mit Adduktorenproblemen ausschied, für die Europa League am Donnerstag bei Schottlands Meister Celtic Glasgow fraglich ist. Ersatz Mateo Bignetti war an den zwei Verlusttoren schuldlos.
Salzburgs Probleme gegen Altach begannen schon nach 22 Minuten, mit der gelb-roten Karte für Innenverteidiger Joane Gadou. Für ihn wechselte Trainer Thomas Letsch den von Liefering hochgezogenen 21 jährigen Brasilianer Douglas Mendes ein, der völlig unnötig den Elfmeter verschuldete, der zum 0:1-Rückstand durch Patrick Greil führte. Dezimiert schaffte Salzburg bis zur Pause durch Kerim Alajbegovic den Ausgleich, ging nach der Pause unter Mithilfe von Altachs Tormann Dejan Stojanovic durch den 18 jährigen Edmund Baidoo in Führung, kassierte aber im Finish den Ausgleich. Weil Innenverteidiger Jacob Rasmussen nach einem Eckball das Kopfballduell gegen Ousmana Diawara verlor. Wieder einmal sah der Däne nicht gut aus. Letsch war unzufrieden, ebenso Fabio Ingolitsch, Altachs Trainer mit Salzburg-Vergangenheit: „70 Minuten mit einem Mann mehr muss man nützen. Wir waren bei elf gegen élf besser als mit elf gegen zehn!“
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