Fußball

Wieder Wirbel um Gishamer, wieder Siegestor von Prelec

Acht gelbe und drei rote Karten beim zweiten Duell zwischen Sturm Graz und der Wiener Austria, die mit dem 1:0 (0:0) im ausverkauften Grazer Stadion den Meister vier Runden vor Schluss als Tabellenführer ablöste. Wie Mittwoch beim 2:1 in Wien erzielte Nik Prelec (Bild) das Siegestor. Er traf nach 80 Minuten, als Sturms Tormannriese Kjell Scherpen einen Eckball von Dominik Fitz schlecht abwehrte, mit links. Zu diesem Zeitpunkt hatte Austria zwei Spieler mehr am Rasen. Denn der Salzburger Schiedsrichter Sebastian Gishamer griff entscheidend in das Spitzenspiel ein. Wie eine Woche zuvor beim 5:1 von Wolfsberg über Rapid mit der falschen roten Karte für Rapids Tormann Niklas Hedl . Ihn trotzdem für den Schlager zu besetzen, war problematisch, weil Fehkentscheiungen auch Referees verunsichern. Und wie sich Sonntag herausstellte, war es auch nicht richtig. Den Vorwurf muss sich Schiedsrichterchef Viktor Kassai gefallen lassen.

Denn die rote Karte für Sturms William Böving nach 28 Minuten war nie und nimmer eine. Zum Unterschied von Wolfsberg war es schon ein Foul, aber sicher keines, das die rote Karte verdient hätte. Höchstens gelb. Sturms Trainer Jürgen Säumel machte dem von Böving mit dem Knie getroffenen Reinhold Ranftl via Sky-Interview Vorwürfe: „Die roten Karten wurden auch von der Austria provoziert, Ranftl macht extrem viel draus!“ So sah Säumel auch Gelb-Rot für Stürmer Leon Grgic: Die erste bekam er für eine Schwalbe, mit der er nach drei Minuten einen Elfmeter herausholen wollte. Die zweite, weil er im Luftduell mit Aleksandar Dragovic den Ellbogen einsetzte. „Dass die Schiedsrichter darauf reinfallen, tut weh. Vor allem in einem Spitzenspiel“, klagte Säumel, „es kann nicht mehr gegen uns laufen!“ Auch Ranftl bekam als Draufgabe in der 90. Minute gelb-rot, es war die achte rote Karte, die Gishamer in dieser Saison zückte. Korrekt war, dass Gishamer den vermeintlichen Ausgleich von Sturm durch Joker Belmin Beganovic nach 96 Minuten nicht gelten ließ, weil Emanuel Aiwu zuvor im Luftkampf Johannes Handl klar foulte. Sturms Präsident Christian Jauk kam nach Schlusspfiff auf den Rasen, um Gishamer seine Meinung zu sagen. Das sieht man von ihm nicht oft. Für Sturm Graz gab es nicht zum ersten Mal in dieser Saison gegen Austria zwei rote Karten: Es passierte auch im September beim 2:2 in Wien. Da holte damals Austria den 0:2-Pausenrückstand erst nach den Ausschlüssen von Emir Karic und Seedy Jatta auf. Schiedsrichter war der Tiroler Walter Altmann.

Die Austria überzeugte beim 2:1 in Wien viel mehr als beim 1:0 in Graz. Das wußte auch Trainer Stephan Helm: „Es zeichnet uns aus, dass wir uns reinhauen, auch wenn es nicht alles gelingt!“ Kapitän Manfred Fischer gestand, dass die Austria oft keine Kontrolle mehr in Ballbesitz hatte. Egal, niemand hätte zu Saisonbeginn geglaubt, dass die Austria vier Runden vor Schluss auf Platz eins liegt. Den muss sie nächste Runde bei Red Bull Salzburg verteidigen. Bei den Salzburgern wird Innenverteidiger Samson Baidoo fehlen, der beim 1:2 in Wolfsberg nach Schlusspfiff wegen Kritik am Referee gelb-rot bekam. Salzburgs Tor fiel erst in der 94. Minute aus einem Elfmeter, zur Pause hätte die Mannschaft von Trainer Thomas Letsch höher als 0:1 zurückliegen können. „Wir waren die schlechtere Mannschaft“, gab Letsch zu. Kapitän Mads Bistrup sagte es noch krasser: „Das ist Salzburg nicht würdig.“ Salzburg liegt je vier Punkte hinter Austria und Sturm. Sky-Experte Andreas Herzog sah für das Finish einen Vorteil bei der Austria: „Von allen Mannschaften vorne ist sie nicht die beste, aber die besonnenste. Das hat man in Graz wieder gesehen!“

 

 

Foto: APA/Georg Hochmuth.

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