Fußball

Wieder Zimmermann: Rapid hat den besten Joker der Liga!

Glückliches 2:1 (1:1)in Hartberg, souveräner 2:0 (2:0)-Heimsieg über Ried: Daher überwintern Rapid und WSG Tirol unter den ersten sechs der Bundesliga. Bei Rapid ist das Pflicht, bei WSG Tirol alles andere als das. Wenn die Tiroler nach 16 Runden so wie Rapid 24 Punkte haben, weil sie seit ihrer letzten Niederlage (1:2 bei Sturm am 9. Oktober) von den fünf Bundesliga-Spielen keines verloren, vier gewannen, dann kann man sie durchaus als Mannschaft, Thomas Silberberger als Trainer des Herbstes bezeichnen. Obwohl die Tiroler in ihrer besten Saison seit dem Aufstieg sowohl in der Bundesliga (0:5) als auch im Uniqa-Cup (1:4) gegen Rapid eine Abfuhr erlitten. Auch weil sie das kleinste Budget der Liga haben, Rapid das zweitgrößte.

Grün-Weiß hat derzeit auch das Spielglück auf seiner Seite, wie Guido Burgstaller in Hartberg, wo Martin Hinteregger auf der Tribüne eine Reihe vor Rapid-Präsident Martin Bruckner das Match verfolgte, feststellte und Selbstkritik übte: „Wir ließen nach der schnellen Führung Hartberg wieder ins Spiel zurückkommen, unser Fehler!“ Auf das Kopftor von Marco Grüll nach Flanke von Jonas Auer folgte aber bald eine Unterbrechung über sieben Minuten, weil Referee Stefan Ebner die Mannschaften in die Kabinen schickte. Grund: Rapid-Fans warfen Rauchbomben auf den Rasen. Trainer Zoran Barisic und Steffen Hofmann gingen zu den Fans, redeten mit ihnen. Barisic bedanke sich für die Unterstützung, legte ihnen aber auch nahe, sie sollten sich ihre Pyrotechnik besser für Silvester aufheben. Das verriet er nachher im „Sky“-Interview. Nach der Unterbrechung fand Rapid kaum nach ins Spiel und in die Zweikämpfe: „Wir waren zu langsam im Kopf“, stellte Barisic fest. Resultat: Hartbergs Ausgleich eine Minute vor dem Pausenpfiff durch die zweite Topchance von Okan Aydin.

Barisic reagierte, brachte zur zweiten Hälfte Roman Kerschbaum für den wieder einmal farblosen Ferdy Druijf, verstärkte das zentrale Mittelfeld. Aber es brauchte noch einen Wechsel, um mit drei Punkten aus der Oststeiermark zurück nach Wien zu fahren. Bernd Zimmermann (Bild oben) kam nach 70 Minuten für den „rotgefährdeten“ Christoph Knasmüllner, erzielte 18 später den Siegestreffer, verlängerte einen abgefälschten Kerschbaum-Schuss über die Linie. Sein fünftes Saisontor, alle erzielte er als Joker. Damit ist er der effizienteste und beste der Liga: In der ersten Runde gelang ihm 20 Minuten nach der Einwechslung das Goldtor zum 1:0 gegen Ried, bei der 1:3-Heimpleite gegen Wolfsberg kam er zur zweiten Hälfte, traf „erst“ in der Nachspielzeit. Beim 5:0-Kantersieg in Innsbruck bereits mit dem ersten Ballkontakt, beim 3:3 in Lustenau wechselte ihn Barisic nach 80 Minuten ein. In der 100. gelang Zimmermann das späteste Tor der Rapid-Geschichte, womit er einen Punkt rettete. Durch die Treffer gegen Ried, Lustenau und Hartberg insgesamt fünf, ohne denen Rapid nicht unter den ersten sechs wäre. Auch Kerschbaums Assist bestätigte die  Barisic-Behauptung, dass die Impulse von der Bank immer wichtiger werden. Für die sorgte auch Nicolas Kühn, der in letzter Minute die Stange traf. Dank der Joker konnte Rapid im Finish nochmals zusetzen und gewinnen. Barisic tat es für seinen Kollegen Klaus Schmidt fast leid, weil ihm dies wahrscheinlich den Job beim Schlusslicht kosten wird. Die Entscheidung fällt nächste Woche: „Im Moment überwiegt das Negative“, gestand Hartbergs Obmann Erich Korherr. Ex-Rapid-Trainer Ferdinand Feldhofer soll ein Thema sein.

Eine Unterbrechung gab es auch beim Vorarlberg-Derby im ausverkauften Reichshof-Stadion. Bei dem sich Aufsteiger Austria Lustenau als derzeitige Nummer eins im Ländle bestätigte, auch das zweite Duell gegen Altach gewann. Nach 2:1 beim „Nachbarn“ daheim 3:0 (2:0), dazwischen gelang kein Sieg. Das „Feuerwerk“ auf der Tribüne wurde kurz nach dem dritten Treffer gezündet. Jetzt ist die Lustenauer Fußballwelt während der WM-Pause hundertprozentig in Ordnung, die von Altach bei drei Punkten Rückstand auf den Lokalrivalen nicht.

 

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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