Acht österreichische Sieger, vier Verlierer: Das ist die „Ösi“-Bilanz der Samstagsspiele in der deutschen Bundesliga. Erstmals seit zwölf Runden, im fünften Spiel mit dem neuen Trainer Dieter Hecking zählte auch Patrick Wimmer mit Wolfsburg zu den Siegern. Er crashte in Berlin die „Eta-Mania“ um die neue Union-Trainerin Marie-Louise Eta mit seinem schnellen Führungstor beim 2:1-(1:0-)Sieg in der Alten Försterei, nach deren Namen 22.000 Union-Fans „Fußballgöttin“ riefen: Ein gekonntes Dribbling, ein Außenrist-Schuss von der Strafraumgrenze genau ins lange Eck – Prädikat sehenswert. Sein viertes Saisontor, das erste seit 13. Dezember. Wimmers Sieg war zugleich die Niederlage für seine Landsleute Christopher Trimmel und Leopold Querfeld. Kapitän Trimmel sprach dennoch von einem Trainereffekt: „Weil wir viel Energie auf den Rasen brachten. Das beweisen unsere 26 Torschüsse“. Unions Treffer fiel aber erst knapp vor Schluss. Wolfsburg kam mit dem ersten Sieg seit 24. Jänner bis auf zwei Punkte an St. Pauli auf dem Relegationsplatz heran.
Fünf statt wie bisher drei Punkte vom Relegationsplatz entfernt ist Werder Bremen nach dem 3:1 (1:1) im turbulenten Nordderby gegen den Hamburger SV, bei dem der gesperrte Marco Friedl fehlte, Romano Schmid durchspielte, Marco Grüll in der 61. Minute eingewechselt wurde. Max Wöber saß erstmals in diesem Kaderjahr auf der Ersatzbank. Schafft er doch noch den Sprung in Österreichs WM-Kader? Der Hamburger SV bekam im Finish die siebte und achte rote Karte, hat nach 30 Runden mehr Ausschlüsse als Siege (nur sieben). Gewonnen haben auch Christoph Baumgartner und Nicolas Seiwald mit RB Leipzig. Das 3:1 (1:1) bei Eintracht Frankfurt war vor den Augen von Red-Bull-Fußballchef Jürgen Klopp Leipzigs erster Sieg in Frankfurt überhaupt. Der gelang, obwohl Xaver Schlager gesperrt war. Baumgartner war Kapitän, spielte ebenso wie Seiwald durch. Der vierte Sieg in Folge bedeutete einen Riesenschritt in Richtung Champions League-Qualifikation.
Einen Riesenschritt in Richtung Europacupplatz bejubelten Trainer Christian Ilzer, Sportchef Andreas Schicker und Alexander Prass mit Hoffenheim nach dem 2:1 (1:0) gegen „Angstgegner“ Borussia Dortmund, der zuvor fünf Duelle in Sinsheim gewann. Beide Hoffenheim-Tore fielen durch Handelfmeter, beide verwandelte Kroatiens Teamstürmer Andrej Kramaric, den zweiten erst in der achten Minute der Nachspielzeit. Dortmund glich erst in der 87. Minute aus. Marcel Sabitzer und Carney Chukwuemeka waren die österreichischen Verlierer. Für Teamneuling Chukwuemeka bedeutete es dennoch ein Erfolgserlebnis: Erstmals in diesem Jahr in der Startelf, erstmals in seiner Karriere durchgespielt. Hoffenheim überholt damit wieder Leverkusen (daheim 1:2 durch ein Last-Minute-Tor gegen den FC Augsburg, bei dem der erkrankte Michael Gregoritsch fehlte), ist Fünfter und liegt 12 Punkte vor dem Siebenten Frankfurt. Zumindest die Qualifikation für die Conference League müsste damit geschafft sein – auch damit hätte vor der Saison keiner gerechnet. Durch Hoffenheims Sieg kann Bayern Sonntag schon mit einem Unentschieden daheim gegen den VfB Stuttgart auch theoretisch Meister sein.
In Englands Premier League kassierte Kevin Danso mit Tottenham daheim gegen Brighton in der 95. Minute den Ausgleich zum 2:2 (1:1), weil er im Strafraum den Ball verlor, blieb damit einen Punkt hinter West Ham und auf einem Abstiegsplatz. Danso muss auf Österreicher-Hilfe hoffen, sprich auf einen Sieg von Oliver Glasner und Crystal Palace am Montag im Selhurst-Park gegen West Ham. In der Schweiz ist der Traum von Ex-GAK-Trainer Gernot Messner vom Pokalfinale mit Grasshoppers Zürich vorbei: Im Semifinale verloren die „Hoppers“ beim Zweitligisten Stade Lausanne 0:2.
Foto: Vfl Wolfsburg.