Letzte Saison blieb die Austria bis zur letzten Runde im Titelkampf. Heuer wird das nicht mehr passieren. Das steht nach der verdienten 1:3-(0:2-)Heimniederlage gegen Red Bull Salzburg vor 14.500 Zuschauern so gut wie fest. Weiter kein Heimsieg gegen Salzburg seit 2016, keiner in der Meistergruppe – das reicht nicht. Ärgerlich, dass sich die Austria selbst auf die Verliererstraße brachte: Ein Ballverlust von Innenverteidiger Johannes Handl knapp vor dem Strafraum gegen Kerim Alajbegovic führte zum schnellen Rückstand nach drei Minuten. Der Japaner Soto Kitano spielte Alajbegovic frei, Bosniens Teamspieler traf ins kurze Eck. Davon erholte sich die Austria lange nicht.
Trainer Stephan Helm musste wieder auf seinen besten Offensivspieler, Johannes Eggestein, verzichten, brachte Sanel Saljic von Beginn an, um die Offensive zu stärken. Aber dem Talent gelang nicht viel, er war nicht der einzige Schwachpunkt in Violett. Für einen andern, Handl, war das Spiel zur Pause beendet. Da lag die Austria 0:2 zurück, weil Karim Konate mitten im heftigen Gewitter nach 28 Minuten die Vorarbeit von Alajbegovic zum zweiten Salzburger Tor nützte. In der ersten Hälfte gab es nur eine gefährliche Situation vor Salzburgs Tor, die allerdings durch einen Ausrutscher von Innenverteidiger Tim Drexler entstand. Salzburg beherrschte auch das Mittelfeld, in dem Maurit Kjaergaard erstmals zur Startelf gehörte, seit Daniel Beichler Trainer ist.
Zur Pause konnte man sich nicht vorstellen, dass Salzburg nicht in Schwierigkeiten kommen wird. Es passierte aber. Alexander Schlager zögerte mit einer Topreaktion gegen Kelvin Boateng noch den Anschlusstreffer hinaus, wenig später fiel er durch Boateng nach idealem Pass von Abubakr Barry doch. Danach folgten Chancen zum Ausgleich, bei der größten scheiterte Barry an Schlager. Er war an diesem Tag auch der bessere Torhüter als Samue Sahin-Radlinger, der beim 1:3, das nach 73 Minuten fiel, nicht gut postiert war. Bei einem Schlenzer von Karim Oniwiso, der gerade erst drei Minuten im Spiel war. Ausgerechnet Onisiwo, zu dessen Stärken auch in seinen besten Zeiten bei Mainz nicht das Toreschießen zählte. In Salzburg bezeichneten viele den 34-Jährigen als Fehlkauf. Seit er im Jänner 2025 verpflichtet wurde, erzielte er bei 37 Einsätzen nur drei Treffer. Der gegen Austria (Bild) war der erste in dieser Saison, in der er nur zweimal zu den ersten elf gehörte. Trotz Sieg war aber die Leistung nicht so überzeugend, dass man Salzburg den Meistertitel zutrauen kann. Obwohl Salzburg die einzige Mannschaft in der Bundesliga war, die an diesem Wochenende gewann.
Foto: Yigit Oerme.