Fußball

Wolfsberg-Pleite macht Hoffnung auf Meistertitel für Rose und Lainer

Sogar das unfassbare 0:4-Heimdebakel gegen Wolfsberg macht Borussia Mönchengladbach derzeit Hoffnung. Das sprach sich auch schon bis zu Marco Rose herum, wie der Trainer des Jahres lächelnd  letzten Montag bei seinem  Wien-Besuch zur Bruno-Gala verriet: „2003 verlor Werder Bremen im Sommer in Pasching gegen einen kleinen österreichischen Klub 0:4, wurde danach 2004 Meister!“ Der Paukenschlag passierte am 30. Juli 2003 im Semifinale des UI-Cups, dem ersten Spiel von Paschings Trainer Heinz Hochhauser. Eine Neuauflage 16 Jahre später mit Wolfsberg und Mönchengladbach? „Ehrlich, im Moment kann ich mir noch nicht vorstellen, dass wir bis ans Ende ernsthaft um den Meistertitel mitspielen“, sagte Rose trotz derzeitiger Tabellenführung. Das ist eben die realistische Art, mit der er wie in Salzburg jetzt auch bei Mönchengladbach an die Dinge herangeht. Obwohl er in seinem Vertrag mit Gladbach ebenso wie Sportchef Max Eberl eine Meisterprämie hat.

Samstag wartet das Borussia-Duell. Der Tabellenführer bei Borussia Dortmund, dem hochgehandelten ersten Bayern-Herausforderer im Titelkampf. Der zuletzt mit drei Unentschieden in Serie einen Durchhänger hatte, Mönchengladbach startete hingegen mit vier Siegen in Serie durch. Bis auf Platz eins. Mit  ähnlicher Wucht und Dynamik, wie man es von Salzburg unter Rose gewohnt war: „Wir arbeiten daran, das noch zu verbessern“. Aber immerhin hat Gladbach trotzdem alle Auswärtsspiele gewonnen. Das stärkt den Glauben, auch in Dortmund vor 80.000 Zuschauern einen Coup landen zu können, wie er Rose und Lainer mit Red Bull Salzburg 2018 im Achtelfinale der  Europa League gelungen war: „Wenn Stevie dabei sein kann, sieht es besser aus als ohne ihn“, wusste Rose, der seinen an der Schulter verletzten Abwehrchef Matthias Ginther vorgeben muss.  Wie es aussieht, wird Lainer dank der einwöchigen „Kur“ bei Franz Leberbauer in Salzburg nur 13 Tage nach dem erlittenen Bänderriss im Sprunggelenk spielen: „Ich habe wirklich alles versucht, um das zu schaffen!“ Lainer hätte übrigens nicht erst mit Rose nach Gladbach kommen sollen, sondern bereits ein Jahr früher. Das war damals finanziell für die Gladbacher nicht zu stemmen. Vor vier Monaten nach dem Verkauf des Belgier Thorgein Hazard an Dortmund schon.

Ungewohnte Töne hört man von Dortmunds Trainer Lucien Favre: „Wir müssen unbedingt, unbedingt gewinnen“ sagt der Schweizer, der vor acht Jahren auf Mönchengladbachs Bank sass, als die Mannschaft letztmals Tabellenführer war, bevor Rose kam. Bei Platz acht und vier Punkten Rückstand auf Gladbach steht Favre, der den verletzten spanischen Torjäger Paco Alcacer vorgeben muss, bei manchen sogar in der Kritik, wird an seinen Fähigkeiten gezweifelt, Titel zu gewinnen. Die Statistik spricht klar für Favre und gegen Rose. denn die Gladbacher „Fohlen“ verloren, bevor er kam, die letzten acht Duelle gegen Dortmund. Gegen keine andere Mannschaft passierte diese Pleitenserie. Letztmals gab Dortmund 2015 gegen Gladbach Punkte ab. Der 3:1-Sieg fiel auch noch in Favres Ära.

Der andere Schlager am Samstag beginnt drei Stunden vor dem Anpfiff in Dortmund: Der Zweite Wolfsburg mit Trainer Oliver Glasner, die Mannschaft mit erst vier Gegentoren in sieben Runden, den wenigsten in der Liga, gastiert beim Vierten RB Leipzig.  Marcel Sabitzer und Konrad Laimer wollen ihrem Landsmann im Wolfsburg-Trainer, Pavao Pervan, viel Arbeit besorgen. In eineinhalb Wochen gibt´s eine Neuauflage des Duells im Pokal. In den letzten vier Aufeinandertreffen siegte immer das Heimteam. Glasner könnte also weiter für Furore sorgen, wenn er mit Wolfsburg auch nach Leipzig die einzige Mannschaft der Liga ohne Niederlage ist. Bayern München muss nach der Heimpleite gegen Hoffenheim beim Comeback von David Alaba zum Derby nach Augsburg. Wenn es den zweiten Patzer der Saison gibt, steht ein stürmischer Herbst wie letztes Jahr bevor.

 

Foto: Borussia Mönchengladbach.

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