Fußball

Wolfsbergs Trainereffekt deklassierte Rieds Trainerdefekt

Wolfsberg überzeugte auch schon unter Ferdinand Feldhofer auswärts viel mehr als daheim, verlor kein Spiel beim Meister Red Bull Salzburg. Aber Sonntag konnte man nach dem 4:0 (2:0) im Innviertel bei Ried trotzdem von einem Trainereffekt sprechen. Vier Tage nach der Trennung von Feldhofer machten die Kärntner beim Debüt von Roman Stary als Interimstrainer einen entscheidenden Schritt unter die Top sechs, den sie nächsten Sonntag daheim gegen WSG Swarovski Tirol fixieren können. Was machte Stary anders als Feldhofer? Er stellte vor allem Kapitän Michael Liendl wieder in die Startelf, kehrte zur Viererabwehr und Mittelfeldraute zurück. Liendl verwertete den Elfmeter zum zweiten Tor, leitete die Aktion zum ersten ein, gab den Assist zum letzten. Die Spieler, die Ried so gar nicht in den Griff bekam, waren allerdings die Stürmer Dejan Joveljic und Dario Vizinger. Die waren an diesem Nachmittag eine Nummer zu groß. Vizinger sorgte nach überragender Vorarbeit von Joveljic für die Führung, der vor dem Elfmeter gefoult wurde, dann selbst den dritten Treffer erzielte.

Liendl sprach im Sky-Interview von einer der spielerisch besten Darbietungen, einer Reifeprüfung nach den Vorkommnissen der letzten Tage. Er habe keinen Machtkampf mit Feldhofer gesucht: „Ich konnte halt nicht immer verstehen, warum ich nicht spiele. Vor allem, wenn ich an meine Leistungen in dieser Saison denke.“ Im Wiener Sky-Studio sah Hans Krankl die Sache etwas differenzierter: „In der Sache gibt es keinen Sieger, nur Verlierer!“ Andi Herzog  fand, Kapitän Liendl brauche die Mannschaft so wie  die Mannschaft ihn“. Feldhofer rückt weiter von dem, was er tat, von seinen Ideen nicht ab: „Ich stehe zu hundert Prozent hinter meiner Entscheidung!“ Vier Auswärtstore erzielte Wolfsberg auch unter Feldhofer. Beim historischen Auswärtssieg in der Europa League gegen Feyenoord. Aber mit Liendl. In der Bundesliga letzte Saison in den drei Auswärtssiegen in Feldhofers Ära einmal (in St. Pölten), diese Saison gelangen bei den sechs Auswärtssiegen mit Feldhofer als Trainer zweimal je drei Tore. Gegen Admira und in Salzburg.

Wolfsbergs Trainereffekt deklassierte auf jeden Fall den Trainerdefekt bei Ried. Nur so kann man die Bilanz des im Winter statt Gerald Baumgartner installierten Miron Muslic (Bild oben) bezeichnen: Kein Sieg in acht Runden, nur drei Punkte geholt, nur drei Tore erzielt. Seit dem 0:4  müssen die Alarmglocken läuten, sonst kehrt Ried in die zweite Liga zurück. Zwei seiner bisher nur vier Siege gelangen, als das Rieder Urgestein Gerhard Schweitzer interimistisch die Mannschaft trainierte und coachte. Gegen Rapid und in Innsbruck gegen WSG Tirol. Es gibt einige, die behaupten, dass in Ried bereits über den zweien Trainerwechsel innerhalb weniger Monate nachgedacht wird.

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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