Fußball

WSG Tirol in Topverfassung, Rapid sucht nach Identität

Die drei Europacupbewerbe machen eine Woche Pause. Dadurch kommen in Österreich und Deutschland die Cupbewerbe zum Zug, in England spielt die Premier League. Das Achtelfinale des Uniqa-Cups in Österreich beginnt Dienstag Abend mit dem einzigen Bundesligaduell zwischen WSG Tirol und Rapid im Gernot Langes-Stadion von Wattens (live in ORF 1), endet Donnerstag mit dem kleinen Wiener Derby zwischen dem Sport-Club, derzeit Fünfter der Regionalliga Ost, und der Austria. Im Mittelpunkt steht eindeutig Mittwoch das erster Grazer Derby seit 15 Jahren zwischen dem GAK und Sturm, das logischerweise ausverkauft sein wird.

Auf volle Tribünen setzte auch WSG Tirol durch die „Heimkehr“ nach Wattens, wo WSG Tirol bis zum Aufstieg in die Bundesliga 40 Jahre lang seine Heimspiele ausgetragen hatte. Dort fehlt eine Rasenheizung, ist das Flutlicht nicht bundesligatauglich. Die Umbaupläne scheiterten an den Anrainern, im Cup kann Tirol auch ohne Rasenheizung dort spielen, nützt das. Das sorgt für Emotionen, speziell bei Präsidentin Diana Langes, weil das Stadion nach ihrem Vater benannt ist. Der Besuch und damit die Atmosphäre wird in Wattens viel besser sein als bei den Bundesliga-Heimspielen im „ungeliebten“ Innsbrucker Tivoli. Dort sahen am 1. Oktober knapp 2000 Zuschauer das 0:5-Debakel gegen Rapid. Mittwoch werden knapp 4000 Fans erwartet, der Idealfall hieße ausverkauft. Das wären 5000 Besucher.

Seit1. Oktober hat sich bei Tirol und Rapid viel verändert, bei Rapid auch der Trainer. Tirols Langzeit-Trainer Thomas Silberberger (Bild oben), seit neun Jahren im Amt, stets auch für flotte Sprüche gut („mit den Schiedsrichtern ist das wie mit der Polizei. Wenn du dich aufregst oder dich mit ihnen anlegst, wird es nur teurer“) schwärmte Samstag nach dem 3:2 gegen Austria Lustenau über die erste Hälfte. „Besser kannst du nicht auftreten, wie aus einem Guss gespielt“ hörte man von ihm. Überhaupt sei seine Mannschaft in einer Topverfassung, eine der fittesten der Liga, wie die Anzahl d er Sprints und die Distanzen beweisen. Kann man das von Rapid sagen? Wer beim Holländer Ferdy Druijf von Übergewicht spricht, der wird nicht ganz falsch liegen.

Silberberger erwartet, dass „Zoki“ massiv in Rapids Aufstellung eingreifen wird. Aber hat Zoran Barisic bei der Rückkehr auf die Trainerbank überhaupt die Möglichkeiten dazu?  Beim 5:0 saß er noch auf der Tribüne, wusste, dass der Sieg eindeutig zu hoch ausfiel, weil Tirol Rapid in der ersten halben Stunde dominierte. Als Trainer sprach er davon, alle Kräfte zu bündeln, zusammenzustehen, um „wieder den Spaß zu haben, den du brauchst!“ Ob dazu die zwei Tage nach dem 0:1 in Ried und dem Trainerwechsel ausreichen? Beim letzten Spiel unter Ferdinand Feldhofer hatte Rapid 24:6-Torschüsse, aber die Quote der gewonnenen Zweikämpfe lag nur bei 35 Prozent. Das ist sicher ein Ansatz. „In Wattens wird es schwerer als es in Innsbruck war“, prophezeite Barisic und bemerkte, als Rapid sollte man eine eigene Identität finden. Ob das bis Mitte November, bis zur WM-Pause gelingen kann? Das Ausscheiden im Cup wäre für ihn ein ganz schlechter Beginn. Weil das inzwischen der einzige Bewerb ist, in dem Rapid eine kleine Titelchance hat.

Foto: Gepa/Admiral.

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