Fußball

Zum 70. Geburtstag von Herbert Prohaska 70 Geschichten über Prohaska – Tag 31

70 Geschichten Herbert Prohaska 70 Geburtstag

Am 8. August feiert Herbert Prohaska, Österreichs Jahrhundertfußballer, der letzte Teamchef, mit dem sich Österreich für eine Weltmeisterschaft qualifizierte, seinen 70. Geburtstag.  Sie können bis zum Ehrentag täglich eine Geschichte aus dem Leben von Herbert Prohaska, insgesamt 70, lesen.

Anders als mit dem Nationalteam endete die Saison 1983/84, von der Herbert Prohaska heute wegen seiner persönlichen Leistung nicht wirklich gerne redet, bei der Austria mit einem Happy End. Sprich mit dem ersten Meistertitel nach drei Jahren. Punktgleich mit Rapid, aber dank der besseren Tordifferenz. Austria erzielte 85 Tore, 14 mehr als der Erzrivale, das war entscheidend. Das Finale am 1. Juni 1984  verlief dramatisch. Es hieß Wien gegen Graz. Die Austria musste in die gefürchtete „Gruab´n“ zu Sturm, Rapid empfing den GAK. Führte durch Tore von Hans Krankl und Antonin Panenka bereits 2:0, als es in Graz noch immer 0:0 stand. Damit wäre Rapid vorne gewesen. Ein Energieanfall von Erich Obermayer brach den Bann, danach trafen auch Alfred Drabits und Toni Polster. Drei Wochen zuvor begann schon die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in Mexiko. Es war Prohaska zu verdanken, dass Österreich auf Zypern 2:1 gewann. Er erzielte knapp vor Schuss das Siegestor. Das zehnte Tor im Teamdress sollte sein letztes bleiben.

Die Austria verfügte damals über einen Sturm, von dem man in späteren Jahren, eigentlich bis heute, nur träumen kann:  Tibor Nylasi, Toni Polster, Andi Ogris, Alfred Drabits und Fritz Drazan, da hatte der Trainer die Qual der Wahl. Prohaska konnte sich damals nicht erklären, warum ein Klassemann wie Nyilasi, der heutzutage eine zweistellige Millionensumme wert wäre, zur Austria kam. Als ihn Prohaska darauf ansprach, antwortete der bescheidende Tibor sehr offen. Mit dem Auto brauchte er nur knapp drei Stunden heim nach Budapest, dank des Wechselkurses zwischen Schilling und Forint konnte er von der Austria-Gage in Budapest viermal so gut leben. Trotz des Titels trennte sich Boss Joschi Walter von Trainer Vaclav Halama, was offenbar geplant war. Denn der Nachfolger war Halamas ein Jahr zuvor von Walter installierte Co-Trainer, nämlich Thomas Parits, früher Prohaskas Mitspieler.

1984/85 kam Rapid als zweite österreichische Mannschaft nach der Austria ins Finale des Europacups der Cupsieger, Rapids Trainer Otto Baric jubelte über die beste österreichische Klubmannschaft aller Zeiten. Die aber in der Meisterschaft 13 Punkte Rückstand auf den erfolgreichen Titelverteidiger Austria hatte. Der alle 18 Heimspiele im Horr-Stadion gewann, dabei nur ein Gegentor bekam. Im Herbst passierte etwas beim Nationalteam, was Prohaska gar nicht gefiel. Sein Lieblingstrainer Erich Hof war als Teamchef nach der verpassten EM-Teilnahme medial noch mehr umstritten als zuvor, was sich nach dem 1:3 gegen Ungarn in Budapest, im zweiten Spiel der WM-Qualifikation, steigerte. Das dritte gegen Holland, wegen der Renovierung des Prater-Stadions wieder in Hütteldorf, galt als Schicksalsspiel. Hof holte auf Druck einiger Zeitungen Kurt Jara, der seit der WM 1982 nicht mehr spielte, noch einmal zurück. Österreich gewann 1:0, Teamchef der Holländer war der berühmte Rinus Michels, der „Entdecker“ von Johan Cruyff. Alles schien sich zu beruhigen, aber Hof bot dem neuen ÖFB-Präsidenten Beppo Mauhart den Chef von Austrias Sponsor Tabakwerke den Rücktritt an. Erwartete einen Vertrauensbeweis, aber Mauhart reagierte anders, nahm den Rückzug von Hof, den er von Sekanina „übernommen“ hatte, von dem er nicht überzeugt war, zur Kenntnis. Nicht einmal mit Bedauern. Hofs Nachfolger wurde Branko Elsner, der in den Siebzigerjahren mit Wacker Innsbruck je zweimal Meister und Cupsieger war, unter dem Prohaska seine Teamkarriere im Mai 1985 erstmals beendete, obwohl das Nationalteam für ihn immer eine Herzensangelegenheit war.

 

 

 

 

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