Fußball

Zum 70. Geburtstag von Herbert Prohaska 70 Geschichten über Prohaska – Tag 54

70 Geschichten Herbert Prohaska 70 Geburtstag

Am 8. August feiert Herbert Prohaska, Österreichs Jahrhundertfußballer, der letzte Teamchef, mit dem sich Österreich für eine Weltmeisterschaft qualifizierte, seinen 70. Geburtstag.  Sie können bis zum Ehrentag täglich eine Geschichte aus dem Leben von Herbert Prohaska, insgesamt 70, lesen.

Lange Zeit, seien Gedanken nach dem Rücktritt zu ordnen, blieb Herbert Prohaska nicht. Am Tag danach meldete sich Ex-Verkehrsminister Rudolf Streicher, damals Chef der österreichischen Industrieholding und Präsident der Wiener Austria. Er bat so rasch als nur möglich um ein Gespräch in seiner Wohnung nahe dem Schwarzenbergplatz. Der Grund lag auf der Hand: Die Austria lag in der Tabelle nur auf Platz sechs mit 18 Punkten Rückstand auf Platz eins, in den Medien war bereits über die bevorstehende Ablöse von Trainer Zdenko Verdenik zu lesen. Der war zwei Jahre vorher Teamchef von Slowenien beim 2:0 gegen Österreich in Prohaskas Ära.

Streichers Wunsch war, dass Prohaska sofort statt Verdenik die Austria übernimmt. Das lehnte er ab. Bei einer Mannschaft, die er weder zusammengestellt noch vorbereitet hatte, zu beginnen, kam für ihn nicht infrage. Über einen Einstieg zur Saison 1999/2000 konnte man reden, er erbat sich Bedenkzeit. Musste die Wohnung über einen Hinterausgang verlassen, da sein ehemaliger Mitspieler Friedl Koncilia, inzwischen Sportdirektor bei der Austria, mit Verdenik vor dem Haus stand. Ein Zusammentreffen wäre nicht glücklich oder gut gewesen. Eine Woche später war Verdenik Geschichte, bis zum Saisonende war Koncilia auch Interimstrainer. Landete auf Rang sieben, 23 Punkte hinter Meister Sturm Graz.

In der Bedenkzeit musste Prohaska ein klärendes Gespräch mit seinem Freund und Partner Erich Obermayer führen. Der ihn vor dem vorletzten gemeinsamen Länderspiel, dem 4:2 in der Schweiz, davon in Kenntnis setzte, dass die Austria ihm seinen ersten Job als Cheftrainer angeboten hatte. Prohaska wollte ihm nichts in den Weg legen, riet ihm, das finanziell lukrative Angebot anzunehmen. Bis zum 0:9 im Estadio Mestalla schien alles vor dem Abschluss zu stehen. Prohaskas Rücktritt als Teamchef änderte alles. Streicher erklärte, mit Obermayer nur Sondierungsgespräche geführt zu haben. Als Obermayer von der neuen Situation erfuhr, kündigte er in seinem Frust an, nie wieder den Co-Trainer zu machen. Zur Erleichterung von Prohaska gelang es ihm, seinen Freund umzustimmen. Doch es folgte prompt wieder Ärger. Wie sieben Jahre zuvor argumentierte die Austria plötzlich, Prohaska und Obermayer zusammen kämen zu teuer. Prohaska richtete Streicher aus, nicht zu unterschreiben, wenn er Obermayer nicht als Assistent kriegt. Streicher murrte und gab nach. So gingen Prohaska und Obermayer in ihre 25. und letzte gemeinsame Saison.

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