Weltweit gab es einen Anstieg der Transfers in der Winterperiode, in Österreich zeigte sich hingegen ein gegenläufiger Trend. Die zwölf Klubs der Bundesliga nahmen 32 Neuzugänge unter Vertrag, das sind 14 weniger als ein Jahr davor. Der älteste und das bekannteste Gesicht ist der 34 jährige Rapid-Rückkehrer Andreas Weimann, der jüngste Johannes Moser, der Schützenkönig der U 17-Weltmeisterschaft. Falls man ihn als Neuzugang wertet. Denn Salzburg holte ihn ja aus der Zweitligafiliale Liefering, die aber offiziell als eigenständiger Klub gilt. Am aktivsten war Meister Sturm Graz mit sechs neuen Spielern plus dem neuen Trainer Fabio Ingolitsch. Am Freitag kamen zu Rückkehrer Jusuf Gazibegovic, Innenverteidiger Paul Koller, dem Georgier Gizo Mamageishvili und dem Schweizer Ryan Fosso noch für die Abwehr Routinier Albert Vallci und der schottische U 21-Teamstürmer Rory Wilson als Leihgabe von Aston Villa dazu. Der 30 jährige Vallci, ein gebürtiger Voitsberger, war viermal mit Red Bull Salzburg Meister, ohne ein Stammspieler zu sein, ehe er 2022 in die Schweiz zu St. Gallen wechselte. Da hatte er in dieser Saison noch elf Einsätze in der Superleague, allerdings nur zwei in der Startelf. Wilson spielte bisher in der Premier League 2. Sturm verlor allerdings auch vier Spieler, darunter wichtige wie Tormann Oliver Christensen, Tomi Horvat und Tochi Chukweanu. Es bleibt der Eindruck, dass Sturm trotz sechs Neuen einen schwächeren Kader als in der letzten Meistersaison hat.
Jeweils vier Neue engagierten der Vorletzte GAK und das Schlusslicht Bau Weiß Linz, das gestern von Zweitligist St. Pölten den 23 jährigen Innenverteidiger David Riegler verpflichtete. Wolfsberg verpflichtete alle drei Neuen am letzten Tag: Für jede Formation einen. Für die Abwehr den serbischen Unter 19-Team-Linksverteidiger David Djuric, der früher im Nachwuchs von Roter Stern Belgrad war, zuletzt beim Zweitligisten Graficar tätig war. Das zentrale Mittelfeld soll ein bosnischer U 21-Teamspieler verstärken: Der 1,90 Meter große Emin Kujovic spielte zuletzt in der zweiten Mannschaft des 1. FC Köln. Nachfolger von Torjäger Markus Pink, der vermutlich bis Saisonende ausfällt, wurde der 25 jährige Jessic Ngankam, ein Deutsch-Kameruner. Er wurde von Eintracht Frankfurt bis Saisonende ausgeliehen, kam in dieser Saison nach überstandenem Schien- und Wadenbeinbruch nur auf drei Kurzeinsätze. Altach und Ried verpflichteten Torhüter: Altach den ehemaligen U 21-Teamkeeper Elias Scherf, der nach dem Konkurs von Zweitligist Stripfing bei Hartberg war, Ried den 21 jährigen Tschechen Matej Cechal von Zweitligist Union Wels. Der einzige Klub, der keinen Neuzugang vermeldete, war WSG Tirol.
Einiges los war Freitag bei Zweitligist St. Pölten. Der verlor außer Innenverteidiger Riegler noch den von Rapid ausgeliehene Stürmer Furkan Dursun, der nach Hütteldorf zurückbeordert wurde. Weil es für den siebenfachen U 21-Teamspieler (Bild) ein interessantes Angebot aus der Schweiz gibt: Der FC Thun, als Aufsteiger sensationell Tabellenführer mit neun Punkten Vorsprung auf den Zweiten Lugano, möchte ihn verpflichten. Da Dursun bei Rapid bis 2027 unter Vertrag steht, winkt eine sechsstellige Ablöse. St. Pölten engagierte drei Neue für den Kampf um den Aufstieg gegen Admira: Den 26 jährigen Abwehrspieler Alexander Borkovic, der 67 Bundesligaspiele bei Austria und Sturm Graz absolvierte, in seiner Karriere bisher großes Verletzungspech hatte, den gleichaltrigen Mittelfeldspieler Nemanja Celic, der letzte Saison mit Ried aufgestiegen war und den 19-jährigen Stürmer Filip Perovic von den LASK-Amateuren.
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