Dem drittkleinsten WM-Teilnehmerland aller Zeiten gelang eine der größten Sensationen in der Geschichte: Kap Verde, die frühere portugiesische Kolonie in Afrika, holte in seinem ersten WM-Spiel gegen den regierenden Europameister Spanien in Atlanta einen Punkt. Das erste 0:0 dieser WM schreibt Geschichte, ist ein historisches. Seit sechs Jahren ist der 56 jährige in der Heimat „Bubalista“ genannte Teamchef Pedro Leitao Brito im Amt. 2025 war er Afrikas Trainer des Jahres, aber mit diesem 0:0 wird er unvergesslich bleiben. Ebenso der 40-jährige Torhüter Vozinha, an dem Spanien zerbrach. Der Legionär von Portugals Zweitligist Chaves hielt alles, wurde zum „man of the match“ gewählt. Auch der als letzte Hoffnung eingewechselte Nico Williams scheiterte an Vozinha (Bild). Er blieb anders als der gleichaltrige Manuel Neuer am Tag davor ungeschlagen.
Kap Verde begann mit vier Legionären aus Portugal, je einem aus den USA, Saudiarabien, Irland, Russland, Ungarn, der Türkei und Holland. Der Marktwert von Kap Verde beträgt 53,425 Millionen, der von Spanien 1,385 Milliarden. Ein Unterschied von 1,331575 Milliarden. Dennoch gab es keinen Favoritensieg. Spaniens Teamchef Luis de la Fuente plante, den verletzt gewesenen Jungstar Lamine Yamal zu schonen. Nach 71 Minuten wechselte er den 18 jährigen ein, zehn Minuten später mit Dani Olmo noch einen Barcelona-Star. Dann gab es fast Chancen im Minutentakt, aber Vozinha hielt alles. Spaniens Presse rechnet nach dem blamablen Horrostart mit dem Mitfavorit auf den Titel schon ab: „Ideenlos, uninspiriert“, schrieb die „Marca“. Die Sportzeitung „As“ sprach von Rohrkrepierern: „Eine spanische Mannschaft ohne Seele, Ideen und mit gerade einmal sieben Schüssen aufs Tor. Hilflos.“
Nah dran an seinem ersten WM-Sieg war Montag Ägypten in Seattle : Am 34. Geburtstag von Topstar Mo Salah lange gegen Belgien 1:0 geführt, aber am Ende hieß es 1:1 (1:0). Mittelfeldspieler Emam Ashour nutzte die Vorarbeit von Salah nach 20 Minuten zur Führung, die bei 32 Grad bis zur 66. Minute hielt. Denn brachte die Aura von Belgiens Rekordtorjäger Romelu Lukaku für den Ausgleich. Nur 22 Sekunden nach seiner Einwechslung grätschte er in eine Glanke und provozierte mit seiner Anwesenheit ein Eigentor durch Mohamed Hany. Lukaku als Partycrasher für Salah.
Zu den WM-Raritäten zählt sicher auch, dass ein Teamchef nach dem total missglückten Startspiel gleich entlassen wird. Passiert ist dies bei Tunesien nach dem 1:5 (1:2) gegen Schweden in Monterrey. Für den 54 jährigen Sabri Lamouchi war das erst fünfte Spiel seiner Ära schon das letzte. Zwei Wochen verlor Tunesien in Wien gegen Österreich mit Pech nur 0:1. Schweden ist in der Holland-Gruppe als einzige Mannschaft, die gewann, Tabellenführer. Brighton-Legionär Yasin Ayari verzichtete nach seinen Toren zum 1:0 und 5:1 auf den üblichen Jubel. Weil die Mutter des Mittelfeldspielers eine Tunesierin ist. Schwedens gefürchtetes Angreifer-Duo, Alexander Isak und Viktor Gyökeres, besorgte die Treffer zum 2:0 und 3:1.
Foto: FIFA.