Fußball

412 Kilometer von daheim entfernt das Spiel des Jahres für Wolfsberg

Dienstag Abend gab es in der Puskas-Arena von Budapest (Bild oben) eine „Heimniederlage“ von RB Leipzig gegen den FC Liverpool. Droht auch Wolfsberg am Donnerstag Abend in der Europa League gegen Tottenham 412 Kilometer von daheim entfernt ein ähnlicher „Heimfluch?“ So wie bei Leipzig ist auch in Wolfsberg keiner glücklich über das Ausweichstadion in Ungarns Hauptstadt. Die Frage ist, wie sehr die alternativlose Devise von Trainer Ferdinand Feldhofer, die „man muss sich anpassen“ heißt, auf das Gemüt und die Leistung drückt. „Weder in Klagenfurt noch in Budapest dürfen Zuschauer hinein, also bleibt es irgendwie egal. Für uns ist es das Spiel des Jahres“, sagt Kapitän Michael Liendl. In Klagenfurt hatten die Wolfsberger schon ihr großes Erfolgserlebnis, den Sieg gegen Feyenoord zum Aufstieg in die k.o,-Phase. Budapest bedeutet ungewohntes Neuland.

Neu war auch die taktische Ausrichtung, die Feldhofer letzten Samstag beim 2:1 gegen Admira präsentierte. Erstmals mit drei Innenverteidigern, mit Dominik Baumgartner, dem neuen Schweden  Gustav Henriksson und dem Georgier Luka Lochoshvili. Und zum zweiten Mal in diesem Jahr mit Liendl zu Beginn auf der Bank. Da er auch mit 35 diskussionslos der wichtigste Spieler von Wolfsberg ist, sorgte dies in den Medien für ziemliche, sogar etwas Aufregung. Auch, weil der Vertrag mit Saisonende ausläuft. Ist es nicht sogar angebracht, einen in diesem Alter bei englischen Wochen etwas zu schonen? Ihn nicht wie eine Zitrone bis auf den letzten Tropfen auszupressen, wofür „Sky“-Analytiker Alfred Tatar plädiert hatte?

Der Kapitän ließ keinen Zweifel daran, dass er sich in der ungewohnten Jokerrolle nicht wohlfühlt. Feldhofer fand es großartig, dass ein 35 jähriger jede Minute spielen will, rückte aber nicht damit heraus, ob Liendl gegen Tottenham beginnt oder nicht. Das Thema gehört im Interesse der Mannschaft jedenfalls vom Tisch. Nicht so sehr wegen Tottenham, sondern wegen des Kampfs um einen Platz in der Meisterrunde der Bundesliga und der Chance, ins Finale des Uniqa-Cups zu kommen. Das geht nur mit einem guten Liendl. Tottenham sieht Feldhofer als in Bonus-Spiel, für das man sich einen genauen Plan zurechtgelegt hat wie im Herbst vor den Siegen gegen Feyenoord und ZSKA Moskau: „Wir wollen ein Resultat, das uns Chancen für das Rückspiel in London lässt“. Puls 4 überträgt live aus der Puskas-Arena. Für Co-Kommentator und England-Kenner Johnny Ertl ist Tottenham gefühlt derzeit sicher schlechter als im Herbst bei den Gruppenspielen gegen den LASK. Ein Blick zurück zeigt das: Bei der Auslosung der Paarung im Dezember war Tottenham Erster der Premier League, jetzt Neunter. Mit sechs Punkten Rückstand auf die Champions League-Plätze. Trainerstar Jose Mourinho gilt sogar als angezählt. Ungewohnt für von ihm trainierte Mannschaften ist, dass Tottenham derzeit trotz Weltmeister Hugo Loris zwischen den Pfosten viele Tore kassiert. Acht waren es in den letzten fünf Spielen: „Mourinho kann sich keine Niederlage gegen Wolfsberg leisten“, weiß Ertl und prophezeit, dass der Portugiese wieder rotieren wird, auch  in der Abwehr, die er zuletzt ständig umstellte. Sonntag wartet auf Tottenham das Londoner Derby gegen den Fünften Westham: „Dafür wird sich Mourinho einige Stars aufheben“, prophezeite Ertl.

Foto: UEFA.

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