Fußball

76,1 Millionen Gewinn im Transfergeschäft: Salzburg stimmt Bayern auf Leipzig ein

Noch drei Tests und zwei Heimspiele (im Viertelfinale des österreichischen Cups gegen Sturm Graz, in der Bundesliga gegen Austria Lustenau) für Red Bull Salzburg vor dem Schlager in den Play Offs zur Europa League gegen AS Roma am 16. Februar: Der erste Test am Freitag bei Bayern München bedeutet gleich den schwersten Prüfstein. Der deutsche Meister kehrte Donnerstagabend vom Trainingslager aus Katars Hauptstadt Doha zurück, wählte, wie Trainer Julian Nagelsmann versicherte, die Salzburger nicht zufällig als Gegner für das einzige Vorbereitungsspiel in der Winterpause aus. Sondern wegen der Verbindungen und Ähnlichkeiten mit Bayerns Startgegner in der Bundesliga eine Woche später. Der ist RB Leipzig. Also wird Bayerns Startelf schon etwas aussagen. Im Tor spielt Sven Ulreich, der jahrelange Ersatz für den verletzten Manuel Neuer. Nagelsmann bezeichnete aber den Erwerb eines neuen Tormanns für das Frühjahr als Pflicht. Nur ließen sich die Pläne, den Schweizer Teamtorhüter Yann Sommer von Mönchengladbach zu holen, nicht verwirklichen.  Marcel Sabitzer war nach einer Grippe ab Sonntag im Trainingslager, wird gegen seinen Ex-Klub vermutlich erst in der letzten halben Stunde zum Einsatz kommen.

Vor dem Duell am Bayern-Campus kommt einem das 1:7-Debakel im Achtelfinale der Champions League vor zehn Minuten nach dem 1:1 in Salzburg (Bild oben) in Erinnerung. Zweikämpfe zwischen Nicolas Seiwald und Thomas Müller wird es wieder geben, aber eine ähnliche Abfuhr wie damals im Allianz-Stadion wohl nicht mehr, obwohl Bayern in der Vorbereitung zwei Wochen „Vorsprung“ hat. Salzburg fliegt Samstag von München ins spanische Trainingslager Marbella, wo zehn Trainings und zwei Tests gegen Sparta Prag und den deutschen Zweitligisten Karlsruhe, bei dem die Österreicher Christoph Kobald und Kelvin Arase unter Vertrag stehen, geplant sind. Sportchef Christoph Freund hat seine Personalplanungen so gut wie abgeschlossen: Neu gegenüber dem Herbst sind die „Heimkehrer“ Jerome Onguene, Amankwah Forson und Daouda Guindo sowie das von Liefering hochgezogene Stürmertalent Karim Konate dabei.  Von der Filiale Liefering dürfen sich vier bei Trainer Matthias Jaissle präsentieren, darunter Linksverteidiger Lukas Ibertsberger, der Sohn des Ex-Teamspielers, der zuletzt Trainer bei Ried war.

Im deutschen „Kicker“ konnte man Donnerstag Salzburgs herausragende Transferbilanz nachlesen, seit Christoph Freund 2015 Sportchef wurde: In dieser Saison durch die Verkäufe von Max Wöber, Mo Camara, Karim Adeyemi, Brenden Aaronson und Rasmus Kristensen zum zweiten Mal in seiner Ära mehr als 100 Millionen eingenommen, nicht einmal 30 ausgegeben, macht einen Gewinn von 76,1 Millionen. Mit dem ist Salzburg europaweit die Nummer drei hinter AS Monaco (115) und Ajax Amsterdam (113). Freund verkaufte in siebeneinhalb Jahren nicht weniger als 23 Spieler um eine zweistellige Millionensumme. Den Einnahmen von 516 Millionen stehen Ausgaben von nur 147 gegenüber. Eine Topbilanz. Den größten Gewinn brachte Sambia-Torjäger Patson Daka: 2017 um 250.000 Euro gekauft, 2021 um 30 Millionen an Leicester verkauft. Einen Stammplatz eroberte Patson Daka in England bisher nicht.

Die letzten Aktivitäten von Freund: Er verlängerte den Vertrag mit Rechtsverteidiger 20 jährigen Amar Dedic bis 2027. Er kam mit 15 nach Salzburg, war vergangene Saison an Wolfsberg verleihen, ist inzwischen bosnischer Teamspieler. Zudem holte Freund einen Linksfuß aus Italiens U 16-Team namens Alessandro Ciardi von Inter Mailand. Er muss sich via U 18 „hochdienen“. Wer weiß, vielleicht bringt Ciardi in einigen Jahren auch einen Millionengewinn.

Foto: Red Bull Salzburg.

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