Der mögliche Aufstieg ins Semifinale der Conference League wäre sozusagen die ideale „Begleitmusik“ zu der von Rapid vor einer Woche gestarteten Imagekampagne unter dem Titel „Wir sind alle Rapid“. Mit sieben unterschiedlichen Gesichtern aus der grün-weißen Community, darunter „Mister Europacup“ Louis Schaub, der Mittwoch gemeinsam mit Trainer Robert Klauß zum UEFA-Medientermin vor dem zweiten Duell gegen Djurgarden ins Weststadion kommen wird. Die Plakate sind an insgesamt 240 ausgewählten Standorten in Wien zu sehen, Schaub unter anderem auch in Hütteldorf und bei der Floridsdorfer Brücke.
„Wien West, Hütteldorf“, wird sicher Donnerstag öfters im restlos ausverkauften Weststadion zu hören sein. Kommt Rapid unter die letzten vier, bedeutet das insgesamt rund elf Millionen Euro an UEFA-Prämien. So viel bringen Startgeld, bisher sechs Siege (Prämie je 400.000), zwei Unentschieden (je 133.000), 400.000 Platz vier nach der Ligaphase, 800.000 für das Achtelfinale, 1,3 für das Viertelfinale. Das Semifinale bringt zusätzlich weitere 2,5 Millionen. Sollte Rapid dann noch ein Wunder gegen Chelsea gelingen und am 28. Mai im Breslauer Stadion Wroclaw das Endspiel bestreiten, wäre das nochmals sieben Millionen wert. Das wären dann die größten Einnahmen der Klubgeschichte aus einem Europacupbewerb. Sturm Graz verdiente allerdings in der Champions League durch Startgeld und die zwei Siege gegen Girona und RB Leipzig nicht weniger als 22,82 Millionen. Chelsea verlor letzten Sonntag an der Stamford Bridge in der Premier League den letzte Champions League-Platz durch ein 2:2 gegen den Drittletzten, Fast-Absteiger Ipswich, Ipswich an Newcastle. Rapid könnte man eigentlich das auch zutrauen, was Ipswich gegen die stärkste Chelsea-Besetzung gelang, wäre nicht ganz chancenlos.
Zu den Prämien kommen noch die Zuschauereinnahmen. Mit dem ausverkauften Djurgarden-Spiel sind es 174.730. Auch das bringt Millionen. In den sieben Europacup-Heimspielen dieser Saison feierte Rapid fünf Siege. Aber selbst, wenn es wie gegen die Shamrock Rovers aus Irland und Sporting Braga nach 90 Minuten nur ein Unentschieden geben sollte, dann bringt das nach dem 1:0 in Stockholm schon den Aufstieg unter die letzten vier. Bei so vielen Einnahmen müsste es sich Rapid leisten können, bei Augsburg die Option auf Dion Beljo, die Millionen kostet, einzulösen. Aber wie man aus Kreisen der Berateragentur des kroatischen Stürmers hört, wird er Wien eher verlassen.
Foto: Katharina Schiffl.