Der FC Salzburg hat sein erstes Minimalziel erreicht: Das 1:1 (1:1) gegen Brann Bergen vor 11.900 Zuschauern reichte nach dem 4:1 in Norwegen, um die dritte Runde der Qualifikation zur Champions League zu erreichen. Das bedeutet für Salzburg auf jeden Fall einen europäischen Herbst, im schlechtesten Fall in der Ligaphase der Europa League. Daran scheiterten etwa Kroatiens Meister Rijeka gegen Ludogorets Razgrad aus Bulgarien oder der Schweizer Vizemeister Servette Genf gegen Viktoria Pilsen. Nächsten Mittwoch muss Salzburg allerdings gegen Belgiens Vizemeister Club Brügge ein anderes Gesicht zeigen, wie Routinier Karim Onisiwo (Bild) nachher im ServusTV-Interview zugab, um Chancen zu haben, zum siebenten Mal hintereinander in der Champions League dabei zu sein. So kritisch sah es auch Trainer Thomas Letsch: „Schön anzusehen war es nicht. Wir haben auch als Team nicht funktioniert, hatten zu wenig Zugriff.“ Der neue Salzburger Rasen bestand den Regen-Test.
Letsch ließ mit dem Karim Onisiwo, Yoube Vertessen, Maurits Kjaergaard und dem Japaner Soto Kitano jene vier beginnen, die als Joker beim Hinspiel für Schwung gesorgt haben. Nach drei Minuten lag Salzburg zurück, als sich Torhüter Alexander Schlager von Emil Kornvigs 20 Meter-Schuss überraschen ließ, drei Minuten später glich Kjaergaard mit einem Freistoß ins Tormanneck aus. Danach kam nicht mehr viel. Zweifelsohne gingen die Ideen von Oscar Gloukh ab, der anders als in Bergen nicht spielte, gar nicht mehr im Stadion war: „Wir sind in sehr guten Gesprächen“, bestätigte Sportchef Rouven Schröder praktisch den bevorstehenden Abgang. 22 Millionen Euro verdiente Salzburg bisher durch die Verkäufe von Amar Dedic, Samson Baidoo und Nicolas Capaldo, da wird noch eine zweistellige Millionenzahl dazu kommen. Daher ist es nicht ganz nachvollziehbar, dass Salzburg keinen Gloukh-Nachfolger sucht, sondern auf das Potenzial des 20 jährigen Kitano und des 17 jährigen Deutsch-Bosniers Kerim Alajbegovic setzt.
Gewonnen hat Salzburg bei der traditionellen Umfrage der Vereinigung der Fußballer, bei der es in zehn Fragen unter anderem um die Pünktlichkeit der Auszahlung der Gehälter, die Klarheit der Verträge, den Informationsaustausch zwischen sportlicher Leitung und Mannschaft, die medizinische Betreuung, die Qualität der Ausrüstung, die Infrastruktur und die Organisation der Reisen zu Auswärtsspielen ging. Jede Frage konnte von null bis zehn Punkte bewertet werden. Salzburg bekam von 100 möglichen Punkten 98, nur beim Informationsaustausch keinen Höchstwert. Der Zweite, Rapid, hat 87 Punkte, der Dritte, die Wiener Austria, 86. Meister Sturm Graz, letzte Saison noch Zweiter, fiel auf Rang sieben zurück, Cupsieger Wolfsberg ist Neunter. Einen historischen Tiefstwert bekam der Letzte, Absteiger Austria Klagenfurt, mit einem Punkt bei der Königsfrage, pünktlichen Auszahlung der Gehälter. In der zweiten Liga ist die Salzburg-Filiale Liefering Erster, Absteiger Horn Letzter.
Foto: Red Bull Salzburg/Schaad.