Cupsieger Wolfsberg räumte bei der 29. „Bruno“-Gala, bei der die Vereinigung der Fußballer die nach Bruno Pezzey benannten Ehrenpreise vergibt, groß ab: Von den Spielern zur Mannschaft des Jahres gewählt, Didi Kühbauer zum Trainer des Jahres und Nikolas Polster, der Ex-Rapidler, zum Tormann des Jahres. Kühbauer sorgte auch für die große Pointe des gelungenen Abends im Globe Theater: Ausgerechnet er ehrte den Schiedsrichter des Jahres, den Tiroler Walter Altmann (Bild). Dabei hatte man noch die Kritik im Ohr, die Kühbauer letzten Samstag nach dem Sieg beim GAK am Unparteiischen Alain Sadikovski und den Referees überhaupt übte. Es gibt kaum ein Spiel, in dem es nicht zu heftigen Diskussionen von Kühbauer mit dem Schiedsrichter kommt. Unter anderem auch mit Altmann, der mit dem „Bruno“ in der Hand lächelnd feststellte: „So freundlich war unsere Unterhaltung zuvor noch nie!“Kühbauer erhielt die Trophäe vom Vorjahrssieger Peter Pacult.
Der Spielr des Jahres fehlte: Otar Kiteishvili von Meister Sturm Graz, der zum zweiten Mal gewählt wurde, war bereits beim georgischen Nationalteam, das in der WM-Qualifikation auf Spanien und die Türkei trifft. Er bekam noch vor dem Abflug vom VdF-Vorsitzenden Gernot Baumgartner die Auszeichnung. Für den Ärger des Abend sorgte der rätselhafterweise zum Legionär des Jahres gewählte Marko Arnautovic. Kein anderer als Konrad Laimer von Bayern München hätte das verdient, Arnautovic wäre normal nur als Reservist des Jahres“ ein Thema gewesen. Aber diese Kategorie gibt es nicht. 20 Minuten vor Beginn der TV-Sendung von der Gala sagte Arnautovic seinen Auftritt ab, fuhr nicht vom Teamhotel am Ring nach St. Marx. Fahrzeit höchstns eine Viertelstunde. So wie Polster, für den das kein Problem war. Er hatte so wie Arnautovic grünes Licht von Teamchef Ralf Rangnick. Das spricht nicht für Arnautovic, der Dienstag sein Fernbleiben mit Magen-Darm-Problemen begründete. Die ihn nicht daran hinderten, Dienstag zu trainieren.
Ex-Rapid-Kapitön Guido Burgstaller fuhr hingegen sogar 365 Kilometer, um den Ehrenpreis von der Rapid-Ikone Hans Krankl zu bekommen. Burgstaller ist derzeit mit Österreichs U 19-Team zur Vorbereitung auf die EM-Qualifikation im steirischen Bad Radkersburg. Setzte sich dort ins Auto, fuhr nach Wien und mit dem „Bruno“ im Gepäck nachher wieder zurück. Das spricht für den Charakter des Kärntners. Als Arnautovic geehrt werden sollte, stand nur der Laudator Dirk Sternemann allein auf der Bühne. Ralph Hasenhüttl, Ex-Trainer von Wolfsburg, Southampton und RB Leipzig, ehrte die Frauenmannschaft des Jahres, die von dem Klub kommt, bei dem er sechs Jahre gespielt hatte: Von der Wiener Austria. Gerald Scheiblehner, Ex-Trainer von Blau Weiß Linz, freute sich mit seinem ehemaligen Schützenkönig Ronivaldo über die Torjägerkrone.
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