Österreichs Unter 17-Team sorgt dafür, dass der 24. November 2025 ein historisches Datum ist. Der Tag, an dem eine österreichische Mannschaft erstmals ins Finale einer Weltmeisterschaft kam. Nach dem 2:0 (0:0) gegen Italien in der Aspire Academy von Doha schickt auch Bundespräsident Alexander van der Bellen Glückwünsche nach Katar. „Grandios“. nannte Teamchef Hermann Stadler den Erfolg, womit er zweifelsohne recht hat. Der Mann, um den sich alles dreht, ist der Klagenfurter Johannes Moser. Vor fünf Jahren entschied er sich für eine Karriere als Fußballer statt einer möglichen als Skifahrer, ein Jahr später wechselte er vom Klagenfurter AC in die Salzburg-Akademie, inzwischen spielt er in der zweiten Liga bei Liefering. Mit seinem Doppelpack avancierte Österreeichs Nummer 19 zum Matchwinner, mit seinem WM-Toren sieben und acht übernahm er die Führung in der Schützenliste. Da wird er sicher bald Anfragen von ausländischen Klubs bekommen.
18 Tore erzielte Österreichs Team bei seinen sieben Siege am Weg ins Endspiel, davon 17 in der zweiten Hälfte. Das spricht für die Fitness der Mannschaft. So war es auch gegen die Italiener: Mosers Führung mit links via Innenstange nach idealem Pass von Jakob Werner (seine letzte Aktion vor der Auswechslung), fiel im Gegenzug nach der ersten Prüfung im Semifinale für Tormann Daniel Posch, der weiterhin bei der WM unbezwungen ist. Das 2:0 gelang Moser in der Nachspielzeit mit rechts durch einem Freistoß über die Mauer. Nach einer Wartezeit wegen der zweiten Challenge, die Stadler nahm, Nach TV-Studium verwandelte der chilenische Schiedsrichter Fernando Diaz die gelbe Karte für Italiens Verteidiger Benit Borasio für ein Foul am eingewechselten Ried-Stürmer Daniel Frauscher in eine rote. Moser traf präzise. In den Gruppenspielen verwandelte er einen Elfmeter zum Siegestor gegen Saudiarabien, seinen zweiten zur Führung beim 3:0 gegen Mali. Das war Österreichs einziges Tor in der ersten Hälfte. Gegen Neuseeland hatte Moser Pause, in der k.o.-Phase verblüffte er beim 2:0 gegen Tunesien mit einem Heber wie Antonin Panenka im EM-Finale 1976 beim Elfmeter zum 1:0, traf auch zum 2:0, was die FIFA aber offiziell als Eigentor wertete. Beim 4:0 gegen England traf er mit einem Elfmeter zum 2:0, aus dem Spiel zum 3:0, Montag war er mit einem Doppelpack „man of the match“. Seine Eltern jubelten auf der Tribüne. FIFA-Präsident Gianni Infantino und Arsene Wenger, der Rekordtrainer von Arsenal, jetzt FIFA-Direktor für globale Förderung, waren Augenzeugen, Wenger beobachtete schon das vierte Spiel von Österreich. Hörte stets die „immer wieder Österreich“-Jubelchoräle der österreichischen Fans.
Moser ist nicht nur der beste Torschütze bei der WM, er sorgt auch als Disc Jockey im Teambus für heiße Rhythmen. Die Stimmung war Montag bei der Rückfahrt ins Hotel überragend. Auch die Sperre von Innenverteidiger Ifeany Ndukwe wurde verkraftet. Der Admiraner Sergej Savic war statt ihm im Abwehrzentrum ein zuverlässiger Partner für den einmal mehr herausragenden Kapitän Jakob Pokorny. Einige Italiener verloren nach Schlusspfiff die Nerven, wurden handgreiflich, Samuele Inacio sah noch die rote Karte. „Wir werden unsere Geschichte im Finale weiterschreiben“, kündigte Pokorny an. Gegner im Khalifa-Stadium wird Donnerstagabend U 17-Europameister Portugal sein. Gegen Brasilien fiel in der regulären Spielzeit kein Tor, das Elfmeterschießen gewann nach insgesamt 14 Portugal 6:5.
Foto: ÖFB/A. Pichler.