Die „Black Stars“ aus Ghana, Freitag Österreichs erster Gegner im WM-Jahr, haben schon bessere Zeiten erlebt. Beim letzten Afrika-Cup fehlte das Team des 50 jährigen Otto Addo, da die Qualifikation zum Unterschied von der für die WM verpasst wurde. Jetzt geht es darum, durch gute Vorbereitungsspiele für die fünfte WM-Teilnahme Selbstvertrauen aufzubauen. Sowohl gegen Österreich als auch vier Tage später gegen Deutschland. Die vierte in Katar lief nicht nach Wunsch. Alle Gruppenspiele verloren, danach trat Addo zurück. Zwei Jahre später kehrte er zurück, blieb trotz verpasster Teilnahme am Afrika-Cup. Addo wuchs in Hamburg auf, war als Spieler 2002 mit Borussia Dortmund unter Trainer Matthias Sammer Meister und im UEFA-Cup-Finale, auch bei Ghanas WM-Premiere 2006 in Deutschland dabei. Danach beendete er seine aktive Karriere. Als Trainer arbeitete er zunächst im Nachwuchs des Hamburger SV, war Assistent bei Nordjaelland vom jetzigen Leverkusen-Trainer Kasper Hjulmand, bei Dortmund von Edin Terzic. Daher kennt ihn Marcel Sabitzer.
Addos Nummer eins im Tor hat eine Österreich-Vergangenheit bei Liefering. Lawrence Ati Zigi kam 2015 aus der Red Bull-Academy in Ghana nach Salzburg, bestritt bei Liefering 33 Spiele. Kein Chance für ihn, damals entweder Cican Stankovic oder Alexander Walke aus Salzburgs Bundesligakader zu verdrängen. 2017 wechselte er in die zweite französische Liga zu Sochaux, drei Jahre später zu St.Gallen. Nach sechs Jahren ist er dort Publikumsliebling. Im Abwehrzentrum wird Derrick Lukassen in Wien debütieren: Vor sieben Jahren absolvierte er einige Bundesligaspiele für Hertha BSC Berlin. Im Herbst erzielte er für Zyperns Meister Paphos das Siegestor zum ersten Sieg in der Champions League gegen Villarreal. Linksverteidiger Derrick Köhn ist bei Union Berlin Mitspieler von Leopold Querfeld und Christopher Trimmel, Jonas Adjetey von Patrick Wimmer bei Wolfsburg.
In der Offensive fehlen bekannte Namen wegen Verletzungen. Etwa Iñaki Williams von Bilbao oder Mohammed Kudus. Der Mitspieler von Kevin Danso bei Tottenham, Schütze des Goldtors gegen die Komoren zum WM-Ticket, ist seit Jänner nicht einsatzfähig. Dennoch ist Ghana in der Offensive gut besetzt: Der inzwischen 34 jährige Jordan Ayew, der in der Championship, der zweiten englischen Liga mit Leicester gegen den Abstieg kämpft, erzielte in der WM-Qualifikation sieben Tore. Als Topstar gilt der 26 jährige Antoine Semenyo, den Manchester City im Winter um 72 Millionen Euro von Bournemouth kaufte. Der Marktwert des Flügelflitzers steht bei 75 Millionen In Wien kann sich auch Ransford Königsdörfler, Mittelstürmer vom Hamburger SV, für die WM empfehlen.