Vertragsauflösungen gehörten in den letzten Tagen zu den Themen von Daniela Bauer, der Wirtschafts-Vorständin, bei Rapid, in deren Büro ein von Harry Kane signiertes Bayern-Trikot mit der Nummer neun hängt. Mit ihm hatte sie in ihrem Job beim Bayern- und Rapid-Sponsor Allianz zu tun. Es gelang ihr, den Vertrag mit Ex-Trainer Peter Stöger aufzulösen, der bis 2027 lief. Damit kann Stöger wieder wie vor den fünf Monaten in Grün-Weiß als Analytiker bei „Sky“ und während der WM beim ORF tätig sein. Die Vertragsauflösung mit Stögers Assistent Stefan Kulovits gelang einfacher, denn sein Vertrag lief nur bis Ende Juni. Die mit Thomas Sageder, einem anderen Stöger-Assistenten, der mit dem Chef gehen musste, passierte bisher noch nicht. Kulovits, dem nachgesagt wird, nicht wirklich loyal zu Stöger gewesen zu sein, hat schon einen neuen Job: Der 42 jährige ist Co-Trainer von Lars Kornetka, dem Assistenten von Österreichs Teamchef Ralf Rangnick, beim abstiegsbedrohten deutschen Zweitligisten Eintracht Braunschweig, stand Donnerstag erstmals in der Funktion am Platz. Bleibt die Frage: Wie fanden Kornetka und Kulovits zueinander?
Kulovits kennt die deutsche zweite Liga aus seiner Zeit beim SV Sandhausen. Als Spieler, Co-Trainer und Interimstrainer bis 2021. Der war er bei Rapid im Finish der letzten Saison nach der Trennung von Robert Klauß und im Herbst nach der von Stöger. Nach Klauß schaffte er mit Rapid in sieben Spielen noch einen Europacupplatz, nach Stöger gelang in fünf Partien mit einem Punkteschnitt von 0,40 kein Sieg. Daher war auch seine Zeit mit dem Engagement des neuen Cheftrainers Hoff Thorup vorbei. Premier bei Braunschweig, vor den letzten acht Runden nur zwei Punkte vor einem Abstiegsplatz, ist Sonntag im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg, mit Deutschlands Weltmeister und Altachs Ex-Trainer Miroslav Klose als Trainer.
Auf Rapid wartet Sonntag die Chance, mit einem Heimsieg gegen Sturm Graz die Tabellenführung in der Meistergruppe zu übernehmen. Die größer wurde: Denn Ota Kiteishvili, der Unterschiedsspieler des Meisters, dürfte wegen muskulärer Probleme fehlen. Er schied letzten Freitag beim 2:2 mit Georgiens Nationalteam gegen Israel nach einer Stunde aus, könnte noch länger ausfallen. Das würde ein entscheidender Faktor im Titelkampf sein.
Foto: Eintracht Braunschweig.