Fußball

Bei Hamburg denkt Kulovits auch neun Jahre später in Sandhausen an 3:0

Oft gab es das noch nicht, dass in einem deutschen Zweitligaspiel nur Österreicher für die Tore sorgten. Passiert ist dies Freitag Abend in Ingolstadt vor 9861 Zuschauern. Da bezwang bei der Fürther Führung  Lukas Gugganig seinen Landsmann Marco Knaller in Ingolstadts Tor zur  Führung, ehe der von Sturm Graz gekommene Thorsten Röcher mit seinem ersten Treffer in dieser Liga ausglich. Sonntag hat die Liga aber nur ein Thema: Bezieht der Aufstiegsfavorit Hamburger SV nach dem fürchterlich verpatzten Start, dem 0:3 gegen Holstein Kiel, auch in seinem ersten Auswärtsspiel der zweiten Liga die erste Pleite? In Sandhausen, einem Städtchen in Baden Württemberg, acht Kilometer südlich von Heidelberg? Auch dabei könnte ein Österreicher eine Rolle spielen: Stefan Kulovits (Bild oben), seit mehr als vier Jahren Kapitän bei Sandhausen.

Wenn er Hamburg hört, dann denkt der 35jährige auch neun Jahre später sofort an ein 3:0. Mit Rapid am 17. September 2009 im ersten Gruppenspiel der Europa League. Damals waren die Hamburger nicht der prominenteste Zweitligist nach 55 Jahren in der Bundesliga, sondern in der obersten Spielklasse Tabellenführer. Mit namhaften Spielern wie Jerome Boateng oder dem Brasilianer Ze Roberto. Kulovits spielte damals auf der ungewohnten Position des rechten Verteidigers: „Hauptsache, ich war dabei“ , meint er im Blick zurück, „an den Abend werd´ ích mich immer gerne erinnern und dabei stets Gänsehaut bekommen“ Damals bejubelten  49.850 Zuschauer im Happel-Stadion die grün-weiße Sensation, Sonntag werden 15.033 Zuschauer im ausverkauften Hardtwald auf eine Überraschung hoffen: „Alle Karten waren rasch weg. Für uns ist´s eine Attraktion das Hamburg sein erstes Auswärtsspiel hier bestreitet.“ Der Durchschnittsbesuch bei Sandhausen lag letzte Saison bei rund 6000, bedeutete den schlechtesten Schnitt der zweiten Liga.

Zuvor waren die Hamburger noch nie in Sandhausen, das macht den besonderen Reiz aus. Die Unterscheide sind riesig: Das Budget von Sandhausen für die Mannschaft liegt bei sieben Millionen, bei Hamburg um 30. Der Marktwert des Hamburgers Kaders beträgt 52,1 Millionen, der von Sandhausen 13,88. Hamburg hat 990 Fanklubs, Sandhausen gerade 22. Die Hamburger müssen sich in der Profi-Provinz auf einen für ihre Gewohnheiten bescheidenen Rahmen einstellen: Keine Luxuskabinen über 65,5 Quadratmeter wie in München, sondern eine mit nur 18 Sitzplätzen, einer Massagebank,  einer Flipchart, acht Duschen und einem Waschbecken. Kulovits: „Bei uns wird nicht auf Luxus gesetzt, sondern auf Leistung und Funktionalität.“

Der Mannschaftsbus der Hamburger ist mit 3,85 Metern Höhe einfach zu hoch für die Durchfahrt unter die Tribüne. Das heißt: Die letzten 200 Meter bis zum Innenraum müssen die Hamburger Kickers zu Fuß zurücklegen. Beim Abgang nach dem Siel kommen die Fans  direkt am Fenster der Sanitäranlagen der Gästekabine vorbei. Gibt es Hamburgs zweite Pleite um zweiten Spiel, würde es mit Garantie Schmähgesänge  geben. Besteht die Möglichkeit dazu? „Hamburg hat etwas gut zu machen, wir aber ebenfalls. Wir verloren auch in der ersten Runde.“ In Fürth 1:3, wobei  Trainer Kenan Kocak auf seinen routinierten Mittelfeldspieler verzichtete.  Darum hat Kulovits eigentlich nichts gut zu machen. Sieht er nicht so: „Ich gehör einfach zur Mannschaft, hab mit verloren.“ Dass Kocak nochmals auf ihn verzichtet, wäre für ihn  schon ärgerlich,Nicht nur weil er nochmals einen Sieg über Hamburg bejubeln will. Diesmal als Kapitön, Bei Rapid war das damals sein Freund Steffen Hofmann, zu dessen Abschiedssspiel er vor zwei Wochen nach Wien gekommen war.

Foto: © SV Sandhausen Media.

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