Seit Sonntag läuft die fünfte Auflage des von Ralf Rangnicks ins Leben gerufenen Perspektiv-Lehrgangs. Der erste im Wiener ÖFB-Campus in Aspern, diesmal für die Jahrgänge 2008 bis 2011. Mittwoch geht er zu Ende, begleitet wird er durch den Ruf, als Konsequenz auf die Weltmeisterschaft wieder mehr Technik und Kreativität, das Spiel mit dem Ball, zu forcieren. Dafür stand der neue Weltmeister Spanien. Angesprochen hat dies erstmals der ORF-Experte Andreas Herzog, die Meinung vertritt auch Hartbergs Trainer Markus Schopp. Bei ihm ist bekannt, dass er die Zeit als Nebenspieler von Pep Guardiola in Italien bei Brescia nicht vergessen hat. Schopp genoss auch das Privileg, beim Trainerguru Guardiola in dessen zehn Jahren bei Manchester City hospitieren zu dürfen. Das hatten bei Guardiola, der wie kein anderer für Ballbesitz steht, nicht viele.
Rangnick, der in Aspern die Trainings unter U-21-Teamchef Peter Perchtold und Sebastian Prödl, dem Chef der Nachwuchsteams, beobachtet, will sich zu den Rufen nach mehr Technik und Kreativität erst nach einer gründlichen WM-Analyse auf der Trainertagung in Saalfelden äußern. Prödl hat dazu, wie man es von ihm gewohnt ist, eine klare Meinung: “ Die Weltmeisterschaft hat gezeigt, dass Technik wieder Trumpf ist.“ Die Devise, die Technik in den Vordergrund zu stellen, gilt auch für die österreichischen Nachwuchsteams, ohne das Pressing, das Spiel gegen den Ball, zu vergessen.
Unter den 31 Feldspielern und vier Torhütern, die in Aspern trainierten, ist ein 15 jähriger Brasilianer dabei: Linksverteidiger Caua Rirsch da Costa spielt in Brasilien in der U 20 des Esporte Club Maia Note, debütierte im Frühjahr in Österreich U 16. Von den einberufenen Spielern kommen neun von der Salzburg-Akademie, fünf von der Wiener Austria, je zwei von den Akademien von LASK, Sturm Graz, Rapid, Ried und Admira sowie vom FC Augsburg, je einer von GAK, der Vorarlberger Akademie, St.Pölten, Bayern München, 1860 München, VfB Stuttgart und Mainz. Das ist Daniel Posch, der Tormann des U-17-Teams, das Vizeweltmeister wurde. Apropos Tormann: Als Riesentalent gilt der 16-jährige Tiroler Teo Hupfauf aus Salzburgs Akademie. Seine Mutter ist die amerikanische Volleyballspielerin Megan Gomez Prieto, Vater Wolfgang war als Spieler Verteidiger bei Wacker Innsbruck und Austria Salzburg. Mehr gefragt als gute Torhüter wären gute Stürmer. Die sechs aus dem Perspektivlehrgang sind von Austria, Rapid, GAK, dem LASK, dem FC Augsburg und der Vorarlberger Akademie.
Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.