Fußball

Zum 70. Geburtstag von Herbert Prohaska 70 Geschichten über Prohaska – Tag 64

70 Geschichten Herbert Prohaska 70 Geburtstag

Am 8. August feiert Herbert Prohaska, Österreichs Jahrhundertfußballer, der letzte Teamchef, mit dem sich Österreich für eine Weltmeisterschaft qualifizierte, seinen 70. Geburtstag.  Sie können bis zum Ehrentag täglich eine Geschichte aus dem Leben von Herbert Prohaska, insgesamt 70, lesen.

Zu den Auftritten von „Showstar“  Herbert Prohaska, die in Erinnerung bleiben, zählte auch einer mit seinem Freund Hans Krankl. Prohaska schätzt, dass es zwischen ihnen hunderte Parallelen gibt, aber beim Singen Unterschiede: Bei Krankl ist das professioneller, bei ihm hingegen nur Hobby und Spaß. Das war es auch, als Krankl und er in den Neunzigerjahren, in ihrer Trainerzeit, das Lied von Gerhard Bronner und Peter Wehle vom „Opitz und der Zwirschina“, das sie 1957 wegen der damals noch schleichenden Kommerzialisierung des Fußballs schrieben,  aufnahmen und das auch in der ORF-Sendung „Seinerzeit“ zum Besten gaben. Krankl in einem alten Nostalgie-Dress von Rapid, Prohaska im klassischen der Austria. Dazu mussten einige Versuche gestartet werden. Denn keiner von beiden konnte das Lachen zurückhalten. Bronner kommentierte ihren Auftritt und ihre Version seines Chansons  danach sehr kritisch.

In den drei wirklich langen Strophen heißt es unter anderem „wir hab´n als klane Gschroppen ein Ziel vor uns gesehen, wir wollen sehr berühmt werden und in der Zeitung stehen. Egal, ob´s als Verbrecher oder Bundeskanzler war, so wählten wir den Mittelweg und wurden Fußballstar. Und jetzt schätzt die ganze Fußballjugend von Hütteldorf und Floridsdorf bis nach Amerika den Opitz und den Zwirschina,“ Als Trainer fehlte Prohaska und Krankl damals die Zeit, um den langen Text auswendig zu lernen. Dazu hätten sie mehrere Stunden gebraucht. Daher hielt man ihn auf Riesenplakaten im Studio hinter den Kameras in die Höhe.

Das war nicht der einzige gemeinsame Auftritt der Stars von den Wiener Erzrivalen. Damals gastierte jährlich der Zirkus „Artisten, Tiere, Attraktionen“ in der Stadthalle. An einem Tag trat nur Prominenz auf. Etwa der große Schauspiel- und Filmstar Curd Jürgens als Zirkusdirektor, auch der weltberühmte südafrikanische Herzchirurg Christian Barnard war da.  Der Beitrag von Prohaska und Krankl war eine Clownnummer, bei der sie mit  großen Schuhen unterwegs waren und Prohaska ständig „schöööön, schööön“, sagte. Tiernummern lehnten beide ab.

Die letzte gemeinsame Aktivität erschien vor einem Jahr in Buchform: über das Leben heißt das Werk, das nach einer Idee von Prohaskas ORF-Partner Rainer Pariasek entstand. Krankl musste dazu überredet werden, bestand aber darauf, dass Prohaska und Pariasek zur „Produktion“ ins bevorzugte Krankl-Uraubsdomizil nach Jesolo kamen. Am Strand führten sie gemeinsam Schmäh über Erfolge und Niederlagen: „Ich habe gewusst, wenn ich das mit Herbert Prohaska mache, wird das ein Bestseller“ behauptet Krankl im Blick zurück. So war es auch. Nach der Auszeichnung mit dem Goldenen Buch kam noch ein zweiter Teil mit dem Titel „Lustig war´s immer“ auf den Markt, demnächst folgt ein dritter.

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