Wie erwartet erreichten Austria und Rapid problemlos die dritte Runde der Qualifikation zur Europa League. Zunächst schoss sich die Austria in Tiflis mit dem 5:0 (3:0) gegen FC Spaeri den Frust über den Cup-Selbstfaller in Voitsberg von der Seele, sprach Trainer Stephan Helm vom erhofften Fußballfest. Danach kam in Hütteldorf von Rapid vor 16.200 Zuschauern beim 4:2 (2:0) gegen Decic Tuzi ein offensives Lebenszeichen. Viermal an die Stange und einmal in die Latte in den ersten 27 Minuten, das gab es wahrscheinlich nie zuvor in einem Europacupspiel von Rapid. Nächster Gegner ist Dundee United: die Schotten gewannen auch das Retourspiel bei in Luxemburg gegen UNA Strassen nur 1:0 (0:0), gastieren nächsten Donnerstag im Weststadion. Auf die Austria wartet Banik Ostrau: Der Dritte der tschechischen Meisterschaft verlor in Warschau in der Europa League-Quali gegen Legia nach einer 1:0-Pausenführung 1:2, schied mit dem Gesamtscore von 3:4 aus. Das erste Spiel gegen die Austria ist in Ostrau.
In Tiflis tat sich bei 31 Grad Hitze in den ersten 40 Minuten nicht viel, ehe der Austria in vier Minuten drei Treffer gelangen. Durch Innenverteidiger Tin Plavotic, Dominik Fitz und Maurice Malone, der einen Elfmeter verwandelte. Nach dem Kontertor des Deutschen zum 4:0 tauschte Helm zwecks Schonung für den Meisterschaftsstart am Sonntag beim GAK Aleksander Dragovic, Reinhold Ranftl, Fitz und Malone aus. Malones Nachfolger Johannes Eggenstein gelang nach tollem Solo sei erstes Tor im Austria-Dress. Damit machte er Austrias höchsten Auswärtssieg im Europacup seit 1983, also 42 Jahren, perfekt. Mit dem Gesamtscore von 7:0 eine Runde weiter – das sieht gut aus.
Rapids erster Angriff hätte schon das 500. Europacuptor bringen können. Janis Antise köpfte eine Flanke von Jonas Auer, der als Linksverteidiger den Vorzug gegenüber dem Deutschen Jannes Horn erhielt, an die Stange. Trainer Peter Stöger entschied sich für ein 4-3-3 mit Antiste im Angriffszentrum, Andrija Radulovic und Petter Dahl an den Flanken. Dahl traf zunächst die Stange, nach 17 Minuten jubelte er über ein erstes Tor für Rapid (Bild), das auf einen Stangenschus von Bendegüz Bolla folgte und als 500. Europacuptor in die Geschichte eingeht. Als Montenegros Teamspieler Radulovic zehn Minuten später das 2:0 gelang, hatte es zuvor die Aluminiumtreffer vier und fünf durch Bolla und Antiste, der nach der Pause verletzt ausschied, gegeben. Anders als beim Hinspiel und beim Cupaufstieg in Innsbruck gelangen die Tore nicht aus Standards, sondern aus dem Spiel. „Die erste Hälfte war so, wie ich es mir vorstelle“, kommentierte Rapids Trainer Peter Stöger die beste Offensivleistung dieser kurzen Saison.
Nicht passieren dürfen hätte das Decic-Anschlusstor nach einem Eckball per Kopf. Aber Rapid wusste die Antwort; Ein schöner Volley von Dominik Weixelbraun, der zur zweiten Hälfte Dahl ablöste, zum 3:1 und zwei Minuten später köpfte Antiste-Nachfolger Claudy Mbuyi nach Flanke von Radulovic das 4:1. Exakt in Minute 71 – passend für den Spieler mit der Rückennummer 71. Das passte irgendwie zum lockeren Aufstieg, bei dem drei Neuerwerbungen (Dahl, Weixelbraun und Mbuyi) ihr erstes Pflichtspieltor im grün-weißen Dress gelang. Die größere Herausforderung für Rapid wird sicher Sonntag der Bundesligastart gegen Blau Weiß Linz.
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