Mit fünf Spielen beginnt Freitag die zweite Liga, bei denen die Mannschaften, die am öftesten als heiße Kandidaten für den Aufstieg genannt wurden, dies auswärts bestätigen müssen: Die Admira in der Steiermark bei Kapfenberg, wo trotz des unerwarteten dritten Platzes die Sparwelle ausgerufen werden musste, die Vienna gegen Stripfing in Wien am FAC-Platz, auf dem der Klub aus der 300 Einwohner-Gemeinde im Marchfeld nach dem Ende der Kooperation mit der Austria wieder seine Heimspiele austrägt und Austria Lustenau bei der Salzburg-Filiale Liefering. Wobei den Vorarlbergern wegen der Rückkehr vom Bregenzer „Ausweichquartier“ ins renovierte Reichshof-Stadion einiges zugetraut wird. Trainer Markus Mader, der Lustenau bereits einmal in die Bundesliga brachte, sieht allerdings Amira und die Vienna im Vorteil.
Bei der letzte Saison im Finish an Ried gescheiterten Admira vollzogen Sportchef Ralf Muhr und der erfahrene Trainer Thomas Silberberger einen Umbruch: „Letzte Saison war der Kader schon fertig, als ich kam“, meinte Silberberger, „diesmal hat er auch meine Handschrift“. Mit acht Neuzugängen: „Man wird erst nach fünf Runden wissen, wie die Kräfteverhältnisse wirklich sind“. Viennas Aufstiegsambitionen sind kein Geheimnis: „Diesmal wollen wir´s“, gestand Trainer Mehmet Sütcü. Sponsor Uniqa und Vizepräsident Roland Schmid machten es möglich, dass Sportchef Andreas Ivanschitz (Bild) Sütcü auch acht Neue besorgen konnte: Mit Niklas Szerencsi (Austria Klagenfurt), Osarenren Okungbowa (WSG Tirol) und Benjamin Rosenberger (GAK) drei mit Bundesligaerfahrung für die Abwehr, für das Mittelfeld den Südkoreaner Jonquin Seo vom deutsche Drttligisten Chemnitz und den Brasiianer Lucas Dantas, der von Blau Weiß Liz kam, für den Angriff Routinier Marco Djuricin, für den die Viena bereits der 13. Klub in seiner Karriere ist, Amir Abdijanovic, der beim Absteger Horn seine Torgefährlichkeit bewies, und mit Bamba Susso den ersten Legionär in Blau-Gelb, der aus Sambia stammt. Breiter wurde der Kader auf jeden Fall, Ivanschitz glaubt auch an mehr Qualität, um flexibler als bisher agieren zu können. Ungewöhnlich für Vienna-Verhältnisse ist der Ansturm auf Karten für das erste Heimspiel gegen Aufsteiger Austria Salzburg: Eine Woche davor sind 2300 Tickets verkauft. Sollte der Aufstieg gelingen, werden Viennas Heimspiele nicht auf de Hohen Warte stattfinden können. Bis die Naturarena bundesligatauglich wird, muss Blau Gelb zu Violett, sprich nach Favoriten in Austrias Generali-Arena ausweichen.
Mehr Einkäufe als Admira oder Vienna tätigte Aufsteiger Hertha Wels: Sportdirektor Rene Swete, der langjährige Hartberg-Tormann, holte mehr als eine ganze neue Mannschaft, insgesamt 13 Spieler. Darunter Manuel Thurnwald, den ehemaligen Verteidiger von Altach und Rapid. Bei Absteiger Austria Klagefurt blieb vom Bundesligakader nur Florian Jaritz. Der neue Trainer Rolf Landerl wird´s schwer haben, aus 16 Neuen eine konkurrenzfähige Mannschaft zu bilden.
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