Fußball

Dreimal hintereinander Meister war Sturm Graz bisher noch nie!

Titelverteidiger Sturm Graz beginnt Freitag beim Bundesligastart im Linzer Stadion gegen LASK, der live in ORF 1 und bei Sky Austria zu sehen ist, die Mission, etwas zu schaffen, was in der Klubgeschichte bisher noch nicht gelungen ist: Dreimal hintereinander Meister zu werden! Letzte Saison verlor Sturm zum Auftakt gegen Rapid in Hütteldorf 0:1, bekam an Ende wieder den Meisterteller. Ist die Mannschaft für das Triple gut genug? Auf den ersten Blick scheint sie schwächer geworden zu sein, weil mit Torhüter Kjell Scherpen, Abwehrchef Gregory Wüthrich und  Mittelfeldmotor Malcolm Yalcouye drei Leistungsträger Graz verließen, bisher kein neuer „Knipser“ statt des im Jänner an Monaco verkauften Mika Biereth gefunden wurde und das Spiel sehr von Otar Kiteishvili abhängig ist. Sportchef Michael Parensen holt bisher nur Perspektivspieler, neuer Abwehrchef soll die Leverkusen-Leihgabe Tim Oermann sein. Große Hoffnungen auf die Qualifikation zur Champions League sollte man sich mit dieser Besetzung keiner machen.

Andererseits drängt sich in der Bundesliga keiner auf, den man so ohne weiteres zutrauen kann, Sturm zu entthronen: Vizemeister Red Bull Salzburg verliert mit Oscar Gloukh den einzigen, der in der Offensive den Unterschied ausmachen konnte, bräuchte auch noch einen Torjäger, um nicht die dritte Saison hintereinander ohne Titel zu erleben.  Die Austria hat am wenigsten verändert, spielte aber letzte Saison teilweise über ihren Verhältnissen. Gleiches gilt für Cupsieger Wolfsberg, dem mit Dejan Zukic und Thierno Ballo noch die besten Offensivspieler abhandenkommen könnten. Bei Austria muss sich erst zeigen, ob nicht die defensive Stabilität, die letzte Saison die große Stärke war, etwas verloren geht, wenn Dominik Fitz und Heimkehrer Manprit Sarkaria gemeinsam im Mittelfeld spielen. Rapid wirkt vorerst nur defensiv stabil, ist im Spiel gegen den Ball deutlich besser als mit dem Ball. Grün-Weiß könnte die Wundertüte der Liga sein. Das trifft auch auf den LASK nach dem totalen Misserfolg der letzten Saison zu. In den letzten sechs Jahren blieben die Linzer in der ersten Runde ungeschlagen, feierten sogar fünf Siege. Letzte Saison holten sie in zwei Duellen gegen Sturm aber keinen Punkt.

Die Hälfte der Liga kann nur ein Ziel haben: Den Klassenerhalt zu sichern. Das gilt für Hartberg speziell wegen des schwierigen Starts infolge des Stadionneubaus: In den ersten elf Runden nur drei Heimspiele und die 117 Kilometer entfernt in der Südstadt als Untermieter bei der Admira. Dort empfängt Hartberg Salzburg, Rapid und Wolfsberg. Bei Blau Weiß Linz wäre es ein Wunder, den Höhenflug der letzten Saison zu prolongieren. Selbst wenn WSG Tirol, Altach und der GAK besser als vor einem Jahr sein sollten, wird es nicht für die Meisterrunde reichen. Die bei Aufsteiger Ried kein Thema ist. Bemerkenswert beim Auftaktspiel gegen Salzburg: Es findet auf den Tag genau 30 Jahr nach dem ersten Bundesligamatch der Innviertler statt. Bei dem mit 2:1 gegen Rapid eine Sensation gelang.

Nur die Austria, Wolfsberg und WSG Tirol haben mit Stephan Helm, Dietmar Kühbauer und Philipp Semlic den gleichen Trainer wie in der ersten Runde der vergangenen Saison. Bei Sturm Graz und Blau Weiß Linz ging die Initiative zum Wechsel nicht vom Klub aus, sondern vom Trainer selbst, konkret von Christian Ilzer und Gerald Scheiblehner. Beim LASK mussten zwei Trainer gehen (nach fünf Runden Thomas Darazs, im Frühjahr Markus Schopp). Zu befürchten ist, dass noch weniger Spielminuten auf Österreicher unter 22 Jahren kommen werden als 2024/25 und da waren es nur 6,3 Prozent. Was ist neu? Statt bisher sieben, dürfen neun Spieler auf der Ersatzbank sitzen. Wegen dieser Änderung darf ein siebenter Legionär in einem Kader mit 19 oder 20 Mann stehen, ohne dass deshalb die Ansprüche auf Einnahmen aus dem Österreicher-Topf verloren gehen. Auf die Salzburg, Sturm, Rapid und der LASK ohnehin verzichten. Die Torhüter dürfen den Ball statt sechs maximal acht Sekunden in den Händen halten, die letzten fünf muss der Schiedsrichter per Handzeichen anzeigen.

Foto: ÖFBL/Alexander Künzel.

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