Fußball

Wer soll Lamine Yamal stoppen? Einer wird nicht reichen

In einem Spiel ist immer alles möglich. Das sagt Österreichs Teamchef Ralf Rangnick zur Außenseiterrolle im Sechzehntelfinale gegen den Europameister am Donnerstag in Los Angeles, bei dem auch ÖFB-Boss Josef Pröll nach einer „Spielpause“ wieder live vor Ort sein wird. Rangnicks Prognose kann nur aufgehen, wenn ihm gegen Spaniens Jungstar Lamine Yamal (Bild) das richtige Rezept einfällt. Yamal, der am 13. Juli seinen 18. Geburtstag feiern wird,  bereits dreimal mit dem FC Barcelona dreimal spanischer Meister wurde und auch beim EM-Titel der „Furia Roja“ Spuren hinterließ. Mit einem Tor und vier Assists.

Jeder weiß, dass Yamal mit seinem starken linken Fuß in die Mitte zieht, den Abschluss sucht. Die vorrangige Frage wird heißen: Reicht einer für Yamal oder soll er „gedoppelt“ werden? Soll in etwa bedeuten: Wird einer ausgespielt, muss schon der nächste Lamal im Weg stehen. Das müssen der Linksverteidiger und der linke Mittelfeldspieler zusammen erledigen. Wer kommt dafür in Frage? In erster Linie Konrad Laimer, egal ob im Mittelfeld oder als Verteidiger.  Linker Mittelfeldspieler war bisher Marcel Sabitzer, der aber mehr für Akzente im Spiel nach vorne zuständig ist. Also eine neue Rollenverteilung?  Als Linksverteidiger kämen auch Philipp Mwene, der allerdings gegen Algerien nicht überzeugte,  oder Werder Bremens Kapitän Marco Friedl in Frage. Linksfuß Friedl spielt seit Jahren im Abwehrzentrum, begann aber seine Karriere als Linksverteidiger.

Im vierten WM-Spiel haben die Österreicher erstmals einen Referee aus Europa: Den 37 jährigen Schweden Glenn Nyberg.  Gutes Omen ist das aber keines: Denn, wenn Nyberg pfiff, gewann bisher weder die Nationalmannschaft noch ein österreichischer Klub. Das Team verlor in der Ära von Franco Foda in der Nations League 2020 in Klagenfurt (wegen Corona ohne Zuschauer 2:3), unter Ralf Rangnick gab es vier Jahre später im Happel-Stadion ein 1:1 gegen Slowenien, womit der Aufstieg in die Nations League A verpasst wurde. Von den WM-Spielern waren in einer oder in beiden Partien Alexander und Xaver Schlager, Stefan Posch, Mwene, Florian Grillitsch, Sabitzer, Michael Gregoritsch, Philipp Lienhart, Nicolas Seiwald, Laimer, Romano Schmid und Marko Arnautovic im Einsatz.

Spanien war bei der WM bisher die einzige europäische Mannschaft, die gegen eine aus Südamerika gewann. Beim 1:0 gegen Uruguay fehlte der einzige Spieler von Real Madrid, Innenverteidiger Dean Huijsen. Er blieb Ersatz. Da Spanien noch kein Tor kassierte, könnte Donnerstag Österreichs Kapitän David Alaba der einzige von Real Madrid sein,  der zum Einsatz kommt. Auch wenn er bereits verabschiedet wurde.

Foto: AP/Silvio Izquierdo.

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