Fußball

Als sich Aubameyang bei Stöger entschuldigte: Bleibt Arsenals Topverdiener gegen Rapid im Talon?

Nur Achter war Arsenal in seiner letzten, total verkorksten Premier League-Saison. Das hätte nicht gereicht, um Donnerstag im Hütteldorfer Allianz-Stadion der prominente Startgegner Rapids in der Europa League zu sein. Das Ticket nach Europa lösten die“Gunners“ erst Anfang August im FA-Cup-Finale gegen Chelsea durch ein 2:1 im leeren Wembley-Stadion. Beide Tore erzielte der Torjäger aus Gabun, Pierre Emerick Aubameyang, das Aushängeschild und seit der Vertragsverlängerung bis 2023 auch der Topverdiener: 382.000 Euro pro Woche, 30,56 Millionen im Jahr. Kein Österreicher kennt ihn besser als  Peter Stöger, der General Manager von Rapids Erzrivalen Austria. Aus eineinhalb gemeinsamen Monaten von  Dezember 2017 bis Ende Jänner 2018 bei Borussia Dortmund. Die ziemlich nervenaufreibend waren, Schlagzeilen lieferten. Weil Aubameyang mit Disziplinlosigkeiten seine Freigabe für Arsenal erpressen wollte, was ihm auch gelang.  Als Stöger am letzten Tag der Übertrittszeit in Wien war, bekam er ein SMS auf sein Handy: „Auba weg. Um 63,75 Millionen“

Stöger spricht aber zweieinhalb Jahre später nicht schlecht über den 31 jährigen: „Ich bin eigentlich gut mit ihm zurecht gekommen. Aber als ich nach Dortmund kam, war er schon mit Arsenal einig, wollte nur weg. Daran war nichts zu ändern“. Daher kam Aubameyang einmal nicht zur einer Mannschaftssitzung, worauf ihn Stöger aus dem Kader strich. Da er kein nachtragender Mensch ist, gab er Aubemeyang die Möglichkeit, sich im Training für das nächste Spiel zu empfehlen. Das machte der auch bis zum Abschlusstraining, in dem er so aufreizend lustlos war, das ihn Stöger wieder strich. Aber da es in den Partien gegen Wolfsburg und Hertha BSC Berlin nur je ein Unentschieden gab, begnadigte er ihn wieder. Die Leistung bei seinem letzten Spiel, dem 2:2 gegen Freiburg, bezeichneten viele als Arbeitsverweigerung. Dann kam der Transfer. Als alles vorbei war, meldete sich Aubameyang aus London bei Stöger, entschuldigte sich für sein Verhalten, versicherte ihm, dass dies nicht gegen ihn gerichtet war.

Sollte Rapids Trainer Didi Kuhbauer seinen ehemaligen Mitspieler Stöger zu Aubameyang befragen, würde er hören: „Auba hat ein sehr gutes Tempo und Torinstinkt weiß sich im Strafraum durchzusetzen!“ 72 Tore und 16 Assists in 115 Spielen für Arsenal unterstreichen das: „Er ist für Arsenal offenbar wichtiger als damals für Dortmund!“, vermutet Stöger. Aber lässt Arsenals Trainer Mikel Arteta Aubameyang im Talon, obwohl  für Arsenal der kürzeste Weg zur Rückkehr in die Champions League über die Europa League führt?  Das erscheint realistischer als in der Saison unter den ersten vier der Premier League zu kommen. Mit einem weitgehend unveränderten Kader, in dem nur der brasilianische Innenverteidiger Gabriel aus Lille als Ergänzung zu seinem 33 jährigen Landsmann David Luiz, und Mittelfeldspieler Thomas Partey von Atletico Madrid dazukamen, scheint das  fast unmöglich. Keiner bei Arsenal glaubt hingegen, dass Rapid, Dundalk aus Irland und Molde aus Norwegen in den Gruppenspielen größere Kopfschmerzen bereiten werden. Im Gegenteil: Da wird weitgehend sogar die zweite Garde randürfen, um die Topstars wie Aubameyang zu schonen, sozusagen in Watte zu packen.  Der Schweizer Teamkapitän Granit Xhaka und der spanische U 21-Europameister Dani Ceballos könnten im Mittelfeld fehlen.

Arsenals zweite Garnitur? In der Abwehr mit dem Griechen Sokratis der portugiesische Europameister Cedric Soares, der zuvor bei Ralph Hasenhüttl in Southampton spielte, der englische Innenverteidiger Rob Holding. Im Mittelfeld Partey, der Ägypter Mohamed Elneny oder Ainsley Maitland-Niles, im Angriff die Youngsters Eddie Nketiah (21), Reiss Nelson (20) und Gabriel Martinelli (19). Keiner von ihnen stand letzten Samstag beim 0:1 gegen Manchester City in der Startelf.

 

 

Foto: FC Southampton.

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