Fußball

Ausnahmezustand in Graz: Kühlen Kopf bei „brutaler Spannung“ bewahren

Kein Zweifel, Mittwoch herrscht Ausnahmezustand in Graz. Das zeigt sich schon daran, dass die Polizei den Bereich rund um die Merkur-Arena in Liebenau von zwölf Uhr Mittag bis Mitternacht zum Sicherheitsbereich erklärte. Seit Wochen, seit der Auslosung des Achtelfinales im Uniqa-Cup ist es das Gesprächsthema, das erste Grazer Derby seit 17. Mai 2007, das Sturm durch ein Tor von Mario Haas 1:0 gewann. Haas redete Montag Abend in Salzburg bei Servus TV mit Walter Schachner, unter dem der GAK 2004 das Double gewonnen hatte, über das Duell von Erzrivalen plauderte (Bild oben), was zeigte, dass nicht nur in der Steiermark das Derby interessiert. Dabei versicherte Haas, dass ihn der GAK eigentlich nie interessierte, ziemlich wurscht war, aber das Derby für alle Beteiligten immer mitreißend und aufwühlend war. Schachner stellte zur Diskussion, warum Graz nicht so wie Vorarlberg zwei Bundesligaklubs schaffen kann.

Denn der Neunte der zweite Liga, der GAK, hat vor ausverkauftem Haus das Heimrecht gegen den Vizemeister und Zweiten der Bundesliga und dadurch eine nette sechsstellige Einnahme. als willkommenes „Nebengeräusch“. In der „Kleine Zeitung“ lieferten sich Fans aus der Schauspielszene, Gregor Seberg und Michael Ostrowski, über eine Doppelseite ein verbales Derby. Seberg hütet daheim das 18 Jahre alte GAK-Meistertrikot von Gregor Pötscher wie eine Trophäe, Ostrowski ist bekennender „Schwarzer“. Immerhin sind sie noch so weit kollegial verbunden, dass jeder bereit ist, den anderen am Abend bei Bedarf zu trösten. Auch wenn ein Derby immer eigene Gesetzte haben soll, Sturm ist der klare Favorit. Auch wenn der GAK viel ausgeruhter sein wird, da er in den letzten Wochen viel weniger Spiele als Sturm absolvierte.

„Es wird sehr emotionell und intensiv. Da gilt es, kühlem Kopf zu bewahren“, meinte Sturms Trainer Christian Ilzer, versicherte, den GAK als Gegner genauso ernst zu nehmen wie letzte Woche Lazio Rom in der Europa League oder Samstag Meister Red Bull Salzburg im Spitzenduell der Bundesliga. Zu einem der GAK-Spieler hat er einen besonderen Bezug: Michael Liendl trainierte er 2018/19 bei Wolfsberg. Daher weiß er, warum er vor dem Routinier, der im Sommer nach 18 Jahren zum GAK zurückgekehrt war, kommenden Dienstag seinen 37. Geburtstag feiern wird, warnt: „Er kann mit Standards ein Match entscheiden!“ Wie früher bei Wolfsberg unter Ilzer. Liendl spürt eine „brutale Spannung“. Der 34 jährige GAK-Kapitän Marco Perchtold war als einziger auch 2007 beim letzten Grazer Derby dabei. Damals als 18 jähriger „Neuling“. Darauf folgte der Zwangsabstieg des GAK aus der Bundesliga wegen Verstoß gegen die Lizenzregeln. Daher musste Graz 15 Jahre lang auf das 198. Derby zwischen GAK und Sturm. Bisher gab es 80 Siege von Sturm, 68 vom GAK und 49 Unntschieden.  Die meisten Derbytore für Sturm erzielte Ivica Vastic (17), für GAk der 80 jöhrige Ex-Teamspieler Walter Koleznik (acht). ORF 1 überträgt direkt. Mit Roman Mählich als Experten. Als Sturm-Spieler bestritt er zwischen 1995 und 2003 23 Grazer Derbys. Seine Bilanz: Sechs Siege, zehn Unentschieden, sieben Niederlagen.

Foto: Servus TV/Neumayr Leo.

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