Fußball

Austria – Ried ist Duell der Standardspezialisten, das Spitzenspiel derzeit ein Krisengipfel

Das Duell zwischen Vizemeister und Meister ist Samstag keines um Platz eins, sondern eher ein Krisengipfel: Red Bull Salzburg hat nach sechs Runden fünf Punkte Rückstand auf Tabellenführer Rapid, Sturm mit einem Spiel weniger sogar sieben. Man kann es zu diesem Zeitpunkt durchaus als Momentaufnahme sehen, weil es ja die Punkteteilung gibt und noch 26 Runden Zeit bleibt, alles zu korrigieren. Aber es ist doch ein Indiz, dass beide Mannschaften im Vergleich zur letzten Saison schwächer geworden sind. Das spricht nicht für die Arbeit de deutschen Sportdirektoren, von Rouven Schröder in Salzburg und Michael Parensen in Graz. „Sturm gegen Salzburg ist immer ein Spitzenspiel“, behauptet Salzburgs Trainer Thomas Letsch. Für das bis Freitag erst 11.000 Karten verkauft waren. Letsch will ein anderes Gesicht als zuletzt beim 2:4 in Wolfsberg sehen, letzte Saison gewann Sturm drei der vier Spiele gegen Salzburg. Immer mit Otar Kiteishvili. Diesmal könnte der Georgier wieder fehlen, aber ohne ihn geht bei Sturm eigentlich wenig bis gar nichts. Wie man zuletzt bei der 0:1-Heimniederlage gegen die Wiener Austria sah.

Die Austria schaffte mit einer neuen Defensivmarschroute die ersten Siege der Saison- zweimal 1:0 gegen Altach und gegen Sturm. Ob Tormann Samuel Sahin Radlinger (Bild) gegen seinen Ex-Klub, Aufsteiger Ried, Samstag das dritte „zu null“ hintereinander gelingt? Ried wird der Austria sicher nicht den Gefallen machen, Risiko zu nehmen und Räume für Konter zu bieten. Also muss der Austria etwas einfallen, um die Fünferabwehr von Ried zu knacken, nicht so wie bisher von ruhenden Bällen abhängig sein: Vier der bisher sechs erzielten Tore fielen nach Standardsituationen, drei nach Eckbällen. Ried hat die zweithöchste Standardtor-Quote (drei von acht Treffern). Austrias Trainer Stephan Helm erwartet im letzten Spiel vor dem Derby bei Tabellenführer Rapid eine Fortsetzung des Aufwärtstrends, auch weil die Mannschaft seinen Eindrücken nach im Training brutal hart gearbeitet hat. Aber Ried kommt mit dem Selbstvertrauen von drei Auswärtssiegen hintereinander in Bundesliga und Cup nach Favoriten, in der Liga war es den Innviertlern zuletzt vor 15 Jahren gelungen, zwei Auswärtsspiele hintereinander zu gewinnen.

15 Kilometer von der Austria entfernt, kämpft Ex-Austria-Trainer Manfred Schmid mit Hartberg beim dritten „Heimspiel“ in der Südstadt gegen Salzburg-Bezwinger Wolfsberg um den ersten Punkt. Gegen Salzburg und Rapid gab es jeweils Niederlagen mit einem Tor Unterschied. Sicher wird sich keiner in der Südstadt heimischer fühlen als Wolfsbergs Trainer Didi Kühbauer. Weil dort bei Admira seine Spielerkarriere begann, er auch seine erste erfolgreiche Trainerstation hatte.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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