Fußball

Austria spielte nur für Rapid, klammert sich an ein Wunder

Die Rapid-Spieler sangen gerade mit ihren Fans im Hütteldorfer Allianz-Stadion Weihnachtslieder, als Erzrivale Austria ihnen Schützenhilfe leistete, ohne sich damit selbst zu helfen. Denn das 1:1 (1:0) gegen Wolfsberg verhalf Rapid dazu, auf Platz drei in die letzten vier Runden des Grunddurchgangs zu gehen, die Kärntner zu überholen. Für Violett wird das Unentschieden aber zu wenig sein, um es noch in die Meisterrunde zu kommen Jeweils sieben Punkte fehlen Austria auf die steirischen Klubs Sturm Graz und Hartberg auf Platz fünf und sechs.

„Wir brauchen ein Wunder“, gestand Austrias Trainer Christian Ilzer, „aber wir glauben daran.“ Dazu müsste die Austria im Februar wohl Meister Red Bull Salzburg daheim und Sturm in Graz schlagen. Ob das gelingt? Sturm verspielte Sonntag in Pasching gegen den LASK, bei dem zu Beginn mit Philipp Wiesinger, Marvin Potzmann, Joao Klauss sowie den gesperrten James Holland und Thomas Goiginger fünf Mann von der Startelf bei der Gala gegen Sporting Lissabon fehlten, eine 3:0-Führung nach 24 Minuten. Zur Pause hieß es nur noch 3:2, am Ende durch einen von Joker Klauss verwandelten Elfmeter 3:3. Der Salzburger Referee Christoph Jäger zeigte zehnmal Gelb, zweimal Gelb-Rot. Für Juan Dominguez und Sturms Kapitän Stefan Hierländer. Womit die Grazer das Match mit nur neun Mann beendeten, Glück hatten, dass Peter Michorl mit einem Freistoß nach 89 Minuten nur die Latte traf. So verpasste es der LASK, Winterkönig Salzburg einzuholen, blieb zwei Punkte hinter Platz eins.

Die Austria verpasste es, „nur“ fünf Punkte in vier Runden aufholen zu müssen. Fünf Runden ohne Niederlage sind gut, aber es waren nur zwei Siege dabei. Das reicht nicht für eine Aufholjagd. Von der Besetzung, die bei Rapid in einem attraktiven Derby ein 2:2 holte, fehlte nur der verletzte Benedikt Pichler. Ihn ersetzte mit Patrick Wimmer ein Youngster aus Österreichs U 19. Dort spielt er in der Abwehr, bei der Austria im Mittelfeld. Im Sommer holte ihn Sportchef Ralf Muhr vom niederösterreichischen Landesligaklub Gaflenz, Sonntag kam Wimmer zu seinem ersten Bundesligaeinsatz von Beginn an. Machte keine schlechte Figur. Wie zu Beginn die ganze Mannschaft, die in den ersten 15 Minuten Wolfsberg mehrmals auskonterte, durch Kapitän Alexander Grünwald nach Vorarbeit von Manprit Sarkaria (Bild oben) zur Führung kam. Aber das reichte nicht, um die Hürde Wolfsberg zu überspringen.

„Die Leistung war okay, aber wir kamen zu weniger Chancen als in den letzten Partien“, urteilte Ilzer, der ggen seinen Ex-Klub noch ohne Sieg ist.  Pech für ihn, dass ausgerechnet Israels Teamstürmer Shon Weissman, den noch er für Wolfsberg „entdeckt“ hatte, mit einem Flugkopfball das Austria-Erfolgserlebnis verhinderte. Das sind Geschichten, die der Fußball schreiben kann. Allerdings ermöglichte Austrias Tormann Ivan Lucic diese Story, weil er bei der Flanke vor Weissmans Tor gar nicht gut aussah. Für Austria bedeutete  das 1:1 sicher einen Rückschlag, auch bei der Suche nach neuen Geldquellen. Wer steigt schon als Sponsor bei einem Klub ein, der vermutlich nicht in der Meisterrunde vertreten sein wird?

Als Letzter geht Aufsteiger WSG Swarovski Wattens in die Weihnachtspause. So gut die Saison am Innsbrucker Tivoli mit dem 3:1 gegen Austria im Juli begann, so bitter schaut die Situation nach dem 1:3 (0:1) im Kellerduell gegen Mattersburg vor nur 1200 Besuchern aus. Ausgerechnet ein Tiroler, nämlich Andreas Kuen sorgte für den vorentscheidenden zweiten Treffer der Burgenländer. Präsidentin Diana Langes-Swarovski wird wohl nichts anders übrig bleiben, als Geld locker zu machen, um im Jänner personell nachzubessern. Vor allem die Defensive scheint überfordert. Ohne Verstärkungen könnte es nur ein einjähriges Gastspiel in der Bundesliga bleiben.

 

Foto: FK Austria/Zolles.

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