Fußball

Austria war „unfassbar beschämend“: Jetzt schrillen die Alarmglocken

Erster Sieg für den abgeschlagenen Letzten Austria Lustenau in der Qualifikationsgruppe. Ausgerechnet gegen den Tabellenführer, die Wiener Austria. Das 2:0 (2:0) in Bregenz war hochverdient, in den bisherigen sieben Runden schoss Lustenau viermal kein Tor, dreimal eines, Freitag erstmals zwei. Und die sogar innerhalb von vier Minuten. Lustenau braucht drei Siege zur wundersamen Rettung, der erste gelang. Aber der hilft nur, wenn Samstag Altach daheim gegen Wolfsberg verliert.  Dann bleibt es bei fünf Punkten Rückstand für die letzten zwei Runden. Das würde aber auch bedeuten, dass Wolfsberg bis auf einen Punkt an die Austria vor dem direkten Duell herankommt. Lustenaus Trainer Andi Heraf wird sich das Spiel in Altach nicht ansehen.

Die Tore fielen zwischen der 24. und 27. Minute. Beide Male versetzte der Deutsche Ben Bobzien den unbeweglichen Innenverteidiger Tin Plavotic, die Vorlagen der Mainz-Leihgabe nützte zunächst Pius Grabher, danach Lukas Fridrikas, ehe er mit einer Knöchelverletzung ausschied. Plavotic nützte auch die einzige Möglichkeit zum Umschwung nicht. Als er kurz vor der Pause mit einem Elfmeter nach Foul von Muharem Huskovic an Lustenaus Tormann Dominik Schierl scheiterte, im Abschluss daran aus kurzer Distanz nicht traf. Austrias durchwachsene Bilanz in der Qualifikationsgruppe: Zwei Siege, vier Unentschieden, zwei Niederlagen, dreimal kein Tor erzielt. Die von Lustenau: Ein Sieg, vier Unentschieden, drei Niederlagen.

Bei Violett schrillten nachher die Alarmglocken. Die Ausfälle von Johannes Handl, Lucas Galvao und Dominik Fitz dürfen keine Ausrede sein. „Das war einer Austria nicht würdig“, gestand Verteidiger Reinhold Ranftl, „jeder muss sich hinterfragen. Wir müssen zusammenhalten, dürfen nicht auseinanderbrechen. Es sind nur noch zwei Spiele!“ Wenn diese Frustprognose eintrifft, dann kommt die Austria nicht in die Play-offs um einen Europacupplatz (die Termine sind der 21., 24. und 28. Mai). Sportchef Manuel Ortlechner (Bild) nannte die Leistung im Sky-Interview „unfassbar beschämend“, nahm die Spieler in die Verantwortung: „Wir waren ungefährlich, gewannen kaum einen Zweikampf“.  Trainer Michael Wimmer nannte den Auftritt in der ersten Hälfte blutleer, übernahm dafür die volle Verantwortung. Schwarze Tage für den Wiener Fußball. Auf der langen Busfahrt zurück nach Wien wird die Stimmung im Keller gewesen sein. Gleich nach der Ankunft wird trainiert, danach geht´s laut Wimmer gleich in die bittere Analyse.

 

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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