Fußball

Rapid hat Erklärungsbedarf vor Wiedersehen mit Salzburg: Was passierte seit dem 1:1?

Am 7. April schien Rapids Fußballwelt noch in Ordnung zu sein. Hochstimmung über ein 1:1 bei Meister Red Bull Salzburg durch den späten Ausgleich von Marco Grüll nach 96 Minuten aus einem Elfmeter. Vor dem Wiedersehen mit Salzbur vier Wochen späteram Sonntag hat Rapid schon Erklärungsbedarf: Was passierte seit dem bisher letzten Erfolgserlebnis, warum gab es in fünf Spielen vier Niederlagen und nur ein Unentschieden daheim gegen Austria Klagenfurt, warum kam es zu so vielen Verletzungen? Wie kann man das alles begründen? Darum ging es auch beim ersten Medientermin mit Trainer Robert Klauß nach dem bisherigen Tiefpunkt in Sachen Stimmung durch das verlorene Cupfinale. Die Verletzungsserie will er anch Saisonschuss genau analysieren, seine „Vergangenheitsbewältigung“ drehte sich vor allem um die Niederlage gegen Sturm.

Er stellte nochmals entschieden in Abrede, alles auf eine Karte gesetzt zu haben, Spieler geschont zu haben. Ganz im Gegenteil. Leopold Querfeld und Terence Kongolo wären etwa letzten Sonntag bei der Blamage gegen den LASK eigentlich nicht spielbereit gewesen. Dennoch setzte er sie je 45 Minuten ein, um die Innenverteidiger drei Tage später in Klagenfurt zur Verfügung zu haben. Seinen ständigen, eigentlich sinnlosen Wortgefechte mit dem vierten Offiziellen, dem Tiroler Walter Altmann, die man zuvor in dieser Intensität von ihm nie sah, verteidigte er: „Er ist mein Ansprechpartner am Spielfeldrand, ich fühlte uns von Beginn an vom Schiedsrichter nicht fair behandelt.“ Den Austausch mit Altmann fand Klauß übrigens gut, man sei oft einer Meinung gewesen. Bei Sturms Siegestor nicht. Klauß blieb auch zwei Tage später dabei: „Eine Fehlentscheidung hat das Finale entscheiden. Für den Scheidsrichter ist das nur ein Pfiff, für uns stürzt praktisch eine Welt ein!“  Die Klaus-Gedanken waren eher nachvollziehbar als die Durchhalteparolen seines Sportchefs. Markus Katzer versprach nach eineinhalb Jahren seiner Ära beim eingeschlagenen Weg zu bleiben. Obwohl eigentlich in dieser Zeit kein Schritt nach vorne gelang. Wie soll man das werten? Wäre man bishaft, könnte man das als gefährliche Drohung einschätzen

In den letzten 19 Spielen gegen Salzburg hat Rapid nicht gewonnen. Sonntag fehlen fix Linksverteidiger Jonas Auer, für den wegen der in Klagenfurt erlittenen Zehenverletzung die Saison vorbei ist, Nenad Cvetkovic und Kongolo wegen muskulärer Probleme nach dem Cupfinale und der gesperrte Christoph Lang. Dazu kommt Ismail Seydi, dessen Knieverletzung (Seitenband, Meniskus) aus dem LASK-Spiel sich als schwer erwies. Er musste operiert werden. Dazu kommen Fragezeichen um Kapitän Guido Burgstaller und Lukas Grgic. Sind sie fit genug, um zu beginnen oder nur für die Bank? Da entscheidet sich Samstag. Der Titelverteidiger hat auch fünf Ausfälle (Amar Dedic, Andreas Ulmer, Maurits Kjaergaard, Nicolas Capaldo und Fernando) und ein Fragezeichen (Luka Sucic). Letzte Saison hatte Salzburg nach 29 Runden 42 Punkte, Sturm Graz 39. Diesmal holte Salzburg sechs weniger, Sturm wieder 39. Also haben diesmal die Grazer drei Punkte Vorsprung, sind auf Kurs Richtung Double.

Foto: PhotobyHofer/Christian Hofer.

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