Fußball

Austrias Probleme haben nichts mit Luxus zu tun! Nachspiel um Trennung von Wohlfahrt

Wie begonnen, so zerronnen, die nach der ersten Runde aufkeimenden Hoffnungen bei den Wiener Klubs,  ganz vorne  in der Bundesliga mitzuspielen.  Imre Szabics ,der Assistent von Teamchef Franco Foda, bekam das live mit. Samstag allein in Hütteldorf bei Rapids enttäuschendem 1:1 gegen Altach, Sonntag in Wolfsberg an Fodas Seite beim 0:1 (0:0) der Austria. Sowohl bei Grün-Weiß als auch bei Violett fiel der Rückfall nach der Pause auf. Nächste Runde gastiert die Austria in Salzburg beim Meister und Tabellenführer  Red Bull Salzburg. Sieht nicht gut für die Aufbruchstimmung durch die neue Generali-Arena aus.

Irgendwie erinnerte das erste Auswärtsspiel in dieser Saison von den äußeren Umständen an die total verpatzte letzte, nach der es ja den totalen Umbau der Mannschaft gab. Am 12. Mai gab es in Wolfsberg zur Pause wegen eines Unwetters den Abbruch, als die Austria 0:2 zurücklag. Drei Tage später bei der Wiederholung ging es nur unwesentlich besser, folgte ein 1:2. Sonntag sorgte wieder ein Unwetter in Wolfsberg für Aufregung und Absagegefahr. Mit Hilfe der freiwilligen Feuerwehr konnte das Match mit einer halbstündiger Verspätung. Und am Ende stand die Austria  mit leeren Händen da: „Nicht so, wie wir es erhofft haben“, gab der enttäuschte Trainer Thomas Letsch (Bild oben) zu.

Aber einen Vergleich mit Mai lehnte Letsch ab: „Ich bin weit davon entfernt, etwas schön reden zu wollen. Das Ergebnis ist enttäuschend. Das kann man von der Leistung nicht behaupten. Wir hätten das Spiel gewinnen müssen.“ Sprach Letsch im Vorfeld davon, dass er im Angriff die Qual der Wahl, ein Luxusproblem habe, konnte man nachher feststellen: Probleme ja, aber die haben nicht mit Luxus zu tun. Wenn man fünf Chancen nicht nützt, zwei davon nach gelungenen neu einstudierten Eckballarianten, hat es mehr mit Qualität zutun. Auch wenn in der Defensive leichtsinnige Fehlpasses dem Gegner Chancen eröffnen. Und auch, wenn man aus einer Standardsituation das entscheidende Tor kassiert. Bei Wolfsbergs erstem Eckball, den der Ex-Austrianer Michael Liendl schoss, stand Kapitän Michael Sollbauer sträflich frei, sorgte per Kopf für die Entscheidung.  Letsch setzte gleich fünf Stürmer ein: Nach 61 Minuten kam für den Israeli Alon Turgeman, der zwei Chancen ausließ, Lucas Venuto.  Nach 81 ersetzte Bright Edomwonyi Kevin Friesenbichler, der den ersten Sitzer im Spiel nicht nützen konnte. Und für die letzten Minuten brachte Letsch  sogar noch Christophh Monschein, der Freitag bei den Young Violets zweimal getroffen hatte. Half alles nichts.

Kein gutes Bild macht es auch, dass offenbar versucht wird, die am 12. Juni ausgesprochen Beurlaubung von Sportchef Franz Wohlfahrt in eine fristlose Entlassung umzuwandeln. AG-Vorstand Markus Kraetschmer dementierte das in Wolfsberg vor den Sky-Kameras nicht, wollte aber ein schwebendes Verfahren nicht kommentieren: „Franz Wohlfahrt hat den Fall seinem Anwalt übergeben, wir unserem. So wird das Thema derzeit abgewickelt.“ Fakt ist, dass Wohlfahrt das Dienst-Handy zurückgeben musste, und bei dieser „Gelegenheit“ das Dienstauto mitlieferte. Wobei sein Anwalt schriftlich festhielt, dass dies keinem Schuldbekenntnis gleich kommt. Wenn es wirklich ein Nachspiel vor Gericht geben sollte, bedeutet das kein Ruhmesblatt für Violett. Zumal bekannt ist, dass ein Arbeitgeber nur Chancen hat, mit einer fristlosen Kündigung durchzukommen, wenn er die sofort ausspricht.  Dass wird Austrias Präsident Wolfgang Katzian aus seiner langen Tätigkeit beim Gewerkschaftsbund genau wissen.

Das Tor in Wolfsberg fiel nach einer Standardsituation, das zweite des Sonntag durch eine Standardsituation. Da folgte die Zwölferliga dem WM-Trend. Das erste Freistoßtor in der Karriere des 27jährigen Admira-Verteidigers Stephan Zwierschitz sorgte beim Aufsteigeer Hartberg für den ersten Saisonsieg der Südtädter und etwas Erleichterung. Zwierschitz traf mit nur zwei Schritten Anlauf genau über die Fauer. Via Innenlatte ging der Ball ins Netz. Ein Supertor, nach dem ihm sein Trainer Ernst Baumeister im Spaß riet, nie mehr einen Freistoß zu schießen: „Ein besserer wird ihm nicht mehr gelingen.“ Im Ernst gestand Baumeister, dass ein Unentschieden das gerechtere Ergebnis gewesen wäre.

Kein Tor bei LASK-St.Pölten, weil die Linzer ihre Chance aus einer Standardsituation nicht nützten. Linksverteidiger Max Ullmann vergab einen Elfmeter. Womit die Niederösterreicher nach zwei Runden mit vier Punkten schon so viele haben wie letzte Saison als Prügelknabe nach 15.  Saisonübergreifend verlor St. Pölten keines der letzten acht Pflichtspiele. Derzeit hat St. Pölten so viele Punkte wie Rapid, einen mehr als Austria. Auch wenn das nur eine Momentaufnahme ist, spricht es für die Arbeit von Trainer Didi Kühbauer. Der stellte aber in seiner bekannt ehrlichen und offenen Art fest: „Verdient haben wir uns diesen Punkt nicht.“

 

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