Fußball

Bayerns Einstellung war größtes Kompliment für Leipzig

Carlo Ancelotti sprach von 30 Minuten perfekten Fussball, der die Machtverhältnisse im deutschen Spitzenfußball wieder klar stellte. Bayern, mit dem 3:0 (3:0)gegen RB Leipzig wieder klar die Nummer eins,  demonstrierte seine Klasse, wirkte dem neuen Herausforderer so  entrückt wie nachher  bei der eindrucksvollen 3D-Präsentation am grünen Rasen zum Jahresabschied von den Fans.  Noch nie spielte die Bayern unter dem italienischen Trainer so aggressiv  gegen den Ball wie  im Weihnachtsgipfel vor 75.000 Zuschauern um Platz eins. Allein diese Einstellung bedeutete das größte Kompliment für Leipzigs Leistungen in dieser Saison.  Und deshalb blieb Verlierer Ralph Hasenhüttl trotz der Lehrstunde, wie er die 93 Minuten bezeichnete, auch stolz auf das, was  in den 15 Runden davor vollbracht wurde. Oberbayern ist  offenbar kein gutes Pflaster für Leipzig: Die erste Saisonniederlage in Ingolstadt, eineinhalb Wochen später 70 Kilometer entfernt die zweite mit der höchsten Abfuhr.

„Unser System funktioniert nur, wenn wir synchron als Team verteidigen. Das ging diesmal nicht, weil einige Spieler praktisch nicht am Platz waren. Den Schuh muss auch ich mir teilweise anziehen“, glaubte Hasenhüttl in seiner ersten Analyse. Weil er angeschlagene Spieler aufstellte, da die ihm versicherten, fit zu sein, ohne es wirklich zu sein. Wie der Ex-Salzburger Naby Keita. Sein schlimmer Ballverlust 30 Meter vor dem eigenen Tor gegen Vidal führte zum  zweiten Bayern-Treffer und zur frühen Entscheidung. Allerdings sorgten auch die personellen Engpässe in der Defensivabteilung zur falschen Hasenhüttl-Entscheidung: „Auch klar, dass es nicht funktionieren kann, wenn Bernardo nach sechs Wochen Pause zwei Spiele in vier Tagen bestreiten soll. Und wenn dann eine Mannschaft so spielt wie Bayern, kommt man unter die Räder.“ Bayerns 4-2-3-1 mit einem herausragenden Thiago auf der 10er-Position hinter Torjäger Lewandowski, funktionierte toll. Ancelotti konnte es sich leisten, Ribery erst zur zweiten Hälfte zu bringen, Jungstar Kimmich erst im Finish, Weltmeister  Thomas Müller  sogar ganz im Talon zu lassen. Personalreserven, die Hasenhüttl nicht hatte. So musste er froh sein, dass es nur ein 0:3 gab. Bayern traf dreimal nur das Aluminium, Lewandowski ließ zwei Sitzer aus.

So sah Red Bull-Boss Didi Mateschitz auf der Tribüne Leipzig erstmals verlieren. Tags zuvor hatte er  dem Schweizer „Blick“ verraten, dass Europa das Minimalziel für den Aufsteiger sei. Zu Saisonbeginn hatte  Mateschitz noch einen gesicherten Mittelfeldplatz als Ziel bezeichnet. Jetzt sieht die Welt anders aus. Aber trotz der Lehrstunde blieb die Auasgangposition für Europa  gut: Leipzig liegt sechs Punkte vor dem Dritten (Hertha BSC Berlin), sieben vor dem Vierten Eintracht Frankfurt (die nächste Hürde am 21. Jänner, bei der Hasenhüttl auf  Schwedens Teamspieler Emil Forsberg nach seiner roten Karte zum ersten von dreimal verzichten muss), acht vor der einzig noch unbesiegten Mannschaft (Hoffenheim), neun vor Borussia Dortmund. Da muss man nicht Trübsal blasen, sondern kann kurz nach Schlusspfiff am Rasen der Allianz-Arena mit Siegern Schmäh führen. Wie Hasenhüttl lachend mit Bayerns Kapitän Philipp Lahm und Thomas Müller. Lahm kennt er seit zwölf Jahren. Seit seiner Zeit bei Bayerns Amateuren. Und am Tag nach dem 0:3 sorgte der Aufsteiger wieder für einen Paukenschlag: Mit dem Kauf des Leipziger Zentralstadions, das zur WM 2006 renoviert wurde, jetzt Red Bull-Arena heißt. Der Kaufpreis bleibt geheim, aber es gibt Pläne, das Fassungsvermögen von 42.000 auf 57.000 Zuschauer zu vergrößern.

 

 

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