Die Bundesliga kürte bereits zwei Runden vor Schluss die Besten der laufenden Saison. Gewählt von einer Jury aus Präsidenten, Managern und Trainer der zwölf Klubs. Vom eigenen durfte in den Kategorien Spieler, Tormann, Newcomer und Trainer keiner genannt werden. Es passt zur verpatzten Saison von Rapid, dass unter den 20 Besten kein einziger von Grün-Weiß zu finden ist. Tabellenführer Sturm Graz, Cupsieger Wolfsberg, die Wiener Austria, Red Bull Salzburg, der LASK, und Blau Weiß Linz sind vertreten, aber nicht Rapid. Das hat keinen Seltenheitswert. Die Auszeichnungen gibt es seit der Saison 1997/98. Der letzte Rapidler, der zum Zug kam, war 2008 beim letzten Meistertitel der damalige Kapitän Steffen Hofmann, damals zum dritten Mal in fünf Jahren.
Spieler des Jahres wurde zum zweiten Mal hintereinander ein Georgier: Otar Kiteishvili von Sturm Graz, der oft den Unterschied ausmacht. Auf den Plätzen folgen Dominik Fitz (Austria), Oscar Gloukh (Salzburg), Dejan Zukic (Wolfsberg) und ex aequo Malick Yalcouye (Sturm Graz) und Chibuike Nwaiwu (Wolfsberg). Bis auf den Nigerianer Nwaiwu sind alle Offensivspieler. Dennoch verwunderlich, dass Austrias Abwehrchef Aleksandar Dragovic nicht unter den Top five aufscheint. Er hat sicher mehr zum violetten Höhenflug beigetragen als Fitz. Auch der Tormann der Saison kommt von Sturm Graz: Der Holländer Kjell Scherpen, der vor seinen letzten zwei Spielen steht, bevor er den Meister verlässt. Auf Rang zwei kam Tobias Lawal (LASK) vor Ex-Rapidler Nikolas Polster (Wolfsberg), Radek Vitek, den Tschechen in Diensten von Blau Weiß Linz und Austrias Samuel Sahin Radlinger. Auch der Newcomer der Saison trägt den Sturm-Dress: Yalcouye gewann vor Nwaiwu, den slowenischen Wolfsberg-Stürmer Erik Kojzsek, Salzburgs Innenverteidiger Joane Gadou und Soumalia Diabate, der Salzburg-Leihgabe bei Blau Weiß Linz. Er wird im Juni bei der Klub-WM in den USA zu Salzburgs Kader gehören.
Der Trainer der Saison hat eine Rapid-Vergangenheit: Didi Kühbauer (Bild), mit Wolfsberg in der Meisterrunde als einzige Mannschaft ungeschlagen und mit Chancen auf das Double. Stephan Helm (Austria) wurde in seiner ersten Saison als Cheftrainer in der Bundesliga Zweiter vor Gerald Scheiblehner (Blau Weiß Linz), Jürgen Säumel (Sturm Graz) und Phiipp Semlic, der mit WSG Tirol den Klassenerhalt bereits geschafft hat. Der beste Schiedsrichter ist Sonntag beim möglichen Sturm gegen Rapid in Hütteldorf im Einsatz: Der Tiroler Walter Altmann führt die Referee-Rangliste vor Harald Lechner, Alexander Harkam, Stefan Ebner und Christopher Jäger an.
Foto: ÖFB/Vranovsky.