Fußball

Bei den Lizenzen heißt es warten bis 13. April

Bis Donnerstag mussten die Klubs der Bundesliga und Zweiteen Liga die Unterlagen für ihr Ansuchen um eine Lizenzierung für die kommende Saison abgeben. Damit sind der für Finanzen und Lizenzierung zuständige Bundesliga-Vorstand Alexander Schwärzler, Lizenzmanager Johannes Schmied und vor allem der achtköpfige Senat fünf unter Leistung des renommierten Rechtsanwalts Thomas Hofer-Zeni am Wort. In fünf Wochen, am Mittwoch, dem 13. April, wird man ihre Urteile als Erstinstanz kennen. Begehrt wäre von allen eine Lizenz ohne Auflagen. Red Bull Salzburg beispielsweise braucht sich darüber keine Sekunde den Kopf zu zerbrechen. Aber einige müssen dem 13. April doch mit etwas Zittern entgegensehen.

Das gibt es in der Bundesliga etwa das Thema Austria. Trotz Viola Investment, trotz des Einstiegs der Investorengruppe rund um Jürgen Werner. Einerseits wegen der verspäteten Abgabe der Unterlagen  vor einem Jahr. Einen ähnlichen Fall gab es 2020 bei Blau Weiß Linz. Da gab es wegen Fristversäumnis zunächst einen Abzug von vier Punkten, den das Protestkomitee  auf drei reduzierte, ehe ihn das neutrale Schiedsgericht überhaupt aufhob. Kann und wird das bei Violett ähnlich laufen oder war das Vergehen doch schwerer? Ohne Verschulden holte die Austria durch den Ukraine-Krieg das Thema Gazprom ein. Der Sponsorvertrag mit dem russischen Gasriesen läuft noch ein Jahr, bringt pro Saison fünf Millionen Euro. Zwar spielte die Young Violets in der zweiten Liga bereits am letzten Wochenende ohne Gazprom-Schriftzug auf der Brust, aber den Vertrag praktisch über Nacht aufzulösen, so wie es in Deutschland Schalke 04 machte, das kann sich die Austria nicht erlauben. In der derzeitigen Lage wäre es bereits schwierig, auf einen sechsstelligen Vertrag zu verzichten, geschweige denn auf fünf Millionen. Und bei Austria stünden nach aktuellem Stand anders als bei Schalke nicht andere Sponsoren parat, um sofort einzuspringen.

Auch beim anderen Wiener Großklub soll es Probleme mit einem wichtigen Sponsor geben. Der Vertrag mit Wien Energie läuft nach der Saison ab, wurde bisher noch nicht verlängert. Einige wollen wissen, dass dies nur zu reduzierten Beträgen möglich sein werde, da es wegen steigender Strompreise schwer kommunzierbar wäre, Millionen für Sportsponsoring auszugeben. Selbst, wenn es den populärsten Verein in Österreich betrifft. Möglicherweise könnte dies auch etwas damit in Zusammenhang stehen, dass Wiens Finanzstadt Michael Hanke zum Kuratorium der Austria gehört und Kurt Gollowitzer, der Direktor der Wien Holding, zum Aufsichtsrat der Austria AG.

Auch in der zweiten Liga gibt´s Problemfälle. Beim überlegenen Tabellenführer Austria Lustenau betrifft es die Frage, ob rechtzeitig die Baubewilligung für den Stadion-Neubau eintrifft. Und bei Wacker Innsbruck, wie es um die Finanzierung durch die neue Führung steht. Kevin Radi wurde diese Woche auf der virtuell abgehaltenen Generalversammlung mit 97,85 Prozent der via Internet abgegebenen Stimmen gewählt (1500 kamen vom Kernmitglied Block Rock GmbH, zu dessen Besitzern Radi gehört), das Führungsteam mit dem bisherigen Vizepräsident, Rechtsanwalt Thomas Kerle und Niklas Sattler bekam 98, 22 Prozent. Ergebnisse wie bei Jubelparteitagen. Aber zum Jubeln gibt es beim Traditionsklub nicht. Obwohl sich mit dem deutschen Unternehmer Thomas Kienle ein neuer Investor fand. Aber dessen Vorgänger, der Deutsche Matthias Siems (bis Juni 2021) und dessen Nachfolger Michail Ponomarew, mit dem die neue Führung bereits im Jänner die Zusammenarbeit beendete, meldeten finanzielle Forderungen an. Die Tiroler Landesregierung hat noch nicht entschieden, ob Förderungen ausbezahlt werden. Die alte Klubführung wurde für die Saison 2019/20 mit 86,87 Prozent der Stimmen entlastet, für 2020/2021 mit 67,14.

 

Foto: Gepa/Admiral.

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