Fußball

Beim letzten Sieg über Lyon spielte der 17 jährige Alaba zwölf Minuten

Zehn Jahre ist es her, dass Bayern München und Olympique Lyon zum letzten Male im Semifinale der Champions League aufeinander getroffen waren. Zwei von den 8:2-Bayern, die Mittwoch Abend gegen den Bezwinger von Juventus und Manchester City erstmals seit dem Triple 2013 das Endspiel schaffen wollen, spielten bereits am 21. und 27.April 2010: Thomas Müller, damals 20 Jahre alt, sowie David Alaba im zarten Alter von 17. Beim 1:0 in München blieb Alaba auf der Bank, beim 3:0 im Stade de Gerland von Lyon, bei dem der Kroate Ivica Olic alle Tore erzielte, tauschte Trainer Louis van Gaal Alaba in der 78.Minute für Bastian Schweinsteiger ins Mittelfeld ein. Sein zweiter Einsatz in der Königsklasse war damals für Alaba ein Riesenerlebnis. Für den  28 jährigen Abwehrchef von 2020, den sein Trainer Hansi Flick als ganz wichtigen Erfolgsfaktor einschätzt (Bild oben) bleibt auch sein inzwischen 81.Einsatz etwas ganz besonderes. Von der allseits behaupteten großen Favoritenrolle will er nichts hören: „Es beginnt bei 0:0, wir müssen hellwach sein!“

Wer von Lyon gegen Bayern spricht, der erinnert sich auch an seinen legendären Auftritt von Bayern-Präsident Franz Beckenbauer am 6.März 2001. Damals gab es noch eine Zwischenrunde vor den k.o.-Spielen, in der Bayern in Lyon vorgeführt wurde. Auf das 0:3 folgte am Bankett, das vor Corona eine Tradition war, eine vierminütige Wutrede von „Kaiser Franz“, die es in sich hatte. Die dieser Tage in vielen deutschen Medien sozusagen als Warnung 19 Jahre später nochmals im Wortlaut abgedruckt wurde. Zu den Verlierern um Kapitän Stefan Effenberg, denen die Schelte galt, zählen mit Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic zwei aus der  heutigen Vorstandsetage und einer mit Rapid-Bezug, der zur zweiten Hälfte eingetauschte Carsten Jancker: „Das hat nichts mit Fußball zu tun“, polterte Beckenbauer, „das war eine andere Sportart. Uwe Seeler-Traditionsmannschaft, Altherrenfußball. Ihr müsst euch komplett umstellen oder einen anderen Beruf suchen. Wenn einer Nachhilfe braucht, werde ich ihm noch ganz andere Sachen sagen. Ich habe viel mehr gesehen als jetzt gesagt!“ Das saß und verfehlte offenbar nicht die Wirkung. Zwei Monate später gewann Bayern in Mailand das Finale gegen Valencia im Elfmeterschießen. Mit Jancker.

Bayern ist gewarnt. Hat registriert, dass Lyons portugiesischer  Tormann Anthony Lopes überragend hielt, der von Manchester City vor zwei Jahre geholte Belgier Jason Denayer ein Abwehrbollwerk ist, der 22 jährige Houssem Aouar der große Mittelfeldmotor. Die lange Corona-Pause scheint der Mannschaft gut getan zu haben, sie wirkt topfit, läuft ohne Ende, ließ so weder Juventus noch Manchester City einen Raum. Einzig der holländische Torjäger Memphis Depay hat nach einem Kreuzbandriss Luft nach oben. Alle anderen spielen am Limit. Das macht den 10:1-Außenseiter Lyon gefährlich, das weiß auch Bayern. Wie ernst Flick Lyon nahm, zeigt schon die Tatsache, dass Bayern Montag zum Geheimtraining ins Sportzentrum des portugiesischen Verbands, 30 Kilometer westlich von Lissabon, fuhr. Um Lyon keine Chance zu geben, etwas von den Bayern-Plänen zu erfahren. Aber große Geheimnisse gibt´s bei Bayern ohne nicht. Nur eine Frage: Beginnen alle französischen Legionäre, Kingsley Coman, der 2018 von Lyon geholte Corentin Tolisso sowie der wieder fite Weltmeister Benjamin Pavard, auf der Bank? Oder erhält Coman den Vorzug vor dem Kroaten Ivan Perisic? Das ist ein Luxusproblem.

 

Foto: Bayern München.

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