Fußball

Bickels Slalom: Der Rapid-Hut brennt!

Nur der Vorletzte Wolfsberg und das Schlusslicht St.Pölten holten in den letzten elf Runden weniger Punkte als Rapid. Das zeigt, wie schlecht die Saison schon wieder für Grün-Weiß läuft. Samstag kommt´s zum Krisengipfel im Hütteldorfer Allianz-Stadion. Mit einem neuen Gesicht auf der Trainerbank der Kärntner? Wolfsbergs Präsident Dietmar Riegler, der vor dem 0:3 gegen den LASK Heimo Pfeifenberger angezählt, damit sich weit aus dem Fester gelehnt hatte, wollte sich nach der neuerlichen Heimpleite nicht festlegen. Pfeifenberger versicherte, weiter von sich und seinen Methoden überzeugt zu sein. Was dafür spricht, dass er weiter bleiben darf: Weniger, dass Wolfsberg ins einer Ära Rapid in Hütteldorf letzte Saison 1:0 besiegen konnte, womit dort Trainer Mike Büskens und Sportchef Andreas Müller Geschichte waren, sondern mehr Überlegungen, dass man seinen Nachfolger nicht mit einer Niederlage, die man erwarte muss, beginnen lassen will. Alle Kärntner Spekuaktionen, Zoran Barisic könnte auf Peifenberger folgen, gehen in die fasche Richtung. Barisic war Sonntag in Amsterdam, sah seinen Ex-Schützling Max Wöber beim 4:1 von Ajax gegen Heerenveen 81 Minute lang in Aktion.

Trainerdiskussionen gibt´s natürlich bei Rapid. Auch wenn Bickel nach der Nullnummer in Altach bei „Sky“ in der Zusammenfassung „alle Spiele, alle Tore“ versicherte, viel von Goran Djuricin zu halten: „Mit dem Trainer bin ich dauernd in Diskussion. Ich sehe mit welchem Engagement sein Staff und er dabei sind, er hätte alle Argumente, dass man das ziemlich schnell macht.“ Damit meinte Bickel die Vertragsverlängerung, die ja laut Djuricin für ihn gar nicht so interessant ist. Aber was soll der Sportchef schon anderes sagen? Djuricin ist ja seine Erfindung. Stellt er ihn in Frage, beschädigt er sich damit auch selbst. Aus der Verantwortung für personelle Fehlentscheidungen, speziell die nicht billige mit Veton Berisha, kann sich Bickel ohnehin nicht mehr nehmen. Fragt sich nur, ob bei Rapid in der Trainerfrage alle so denken. Darüber könnte sich Bickel einmal mit dem von Präsident Michael Krammer als Berater geholten Josef Hickersberger unterhalten. Rapids ehemaliger Meistermacher und er wohnen ohnehin im gleichen Haus. Wäre eine Diskussion der kurzen Wege.

Bickel attackierte bei seinem verbalen Slalom vor den „Sky“-Kameras jedenfalls die Spieler in noch nie dagewesener Schärfe in dem er meinte, die Mannschaft müsse auch mitziehen: „Es ist mir auch zu einfach zu sagen, heute hat der Trainer den Vertrag nicht verdient, weil die Mannschaft so aufgetreten ist. Das wäre echt zu einfach. Man muss daran denken, dass die Mannschaft letzte Saison vier Trainer verbraucht hat, irgendwann liegt das Problem vielleicht woanders. Qualität ist nicht das Problem, das Potenzial ist auch nicht das Problem.  Mann muss aufpassen in den Emotionen zu sagen, jetzt passiert das oder das. Man wird sich das sicher ganz genau überlegen.“ Mit der Behauptung über die vier Trainer irrte aber Bickel: Barisic war ja schon vor der Saison weg, weil die Chefetage mehr Müller folgte als ihm und dafür schwer bezahlen musste. Büskens und Damir Canadi wurden „verbraucht“, aber Djuricin ist ja noch im Amt.

Der Sportchef stellte dann auch Sanktionen gegen Spieler, die Versetzung von der Bundesliga in die Regionalliga Ost, in den Raum: „Vielleicht ist e für den ein oder anderen gut, wenn er zwischendurch Luft in der zweiten Mannschaft schnuppert. Ich mache es sicher nicht mit Namen öffentlich aber jeder, der das Spiel gesehen hat, kann sich ausrechnen, wer gemeint ist. Es gibt aber auch Ausnahmen.“Angesprochen auf Philipp Schobesberger, meinte er, von ihm eine Reaktion zu erwarten: „Nicht nur ich, sondern auch die Öffentlichkeit und die Mannschaft. Es ist auch gefährlich, nur auf eine zu zeigen,anderer gehören auch dazu. Aber natürlich steht er im Fokus. Er hat den Anspruch, Führungsspieler zu sein und dass er die Kapitänsbinde möchte. Das hat er mir selbst so mitgeteilt. Aber dann wäre ich sehr glücklich, wenn er es mir auch auf dem Feld zeigt.“ Nur hat man bei Schobersberger das Gefühl, dass ihn seit der Vertragsverlängerung Kritik, auch von Bickel ungefähr so wenig interessiert, wie wenn in Peking das berühmt Fahrradl umfällt.

Bickels kritische Wort zeigen eines:In Hütteldorf brennt der Hut, noch eine Saison ohne Europaqualifikation wäre ein auch wirtschaftlich nur schwer zu verkraftender Horror. Fragt sich auch, wie der unzufriedene Fansektor am Samstag reagieren wird. So schlimme Auswüchse wie beim Hamburger SV sind aber nicht zu erwarten. Dort stellten einige Verrückte nach dem 0:1 bei Bayern am Zaun des Trainingsgeländes elf schwarze Kreuze auf, hängen dazu ein Transparent auf: „Eure Zeit ist abgelaufen, wir kriegen euch alle. “ Da vergessen einfach zu viele Wirrköpfe, dass es doch nur um Fußball geht, nicht um mehr. Hoffentlich macht dieses Beispiels nirgendwo anders Schule.

Damit Canadi, der Vorgänger von Djuricin brachte an dem Tag, an dem Rapid bei Canadis früherem Klub Altach enttäuschte, ein aufregendes kleines Athener Derby hinter sich: Bei Verfolger Panionios durch einen Doppelpack des Ex-Admiraner Srdan Spiridinovic innerhalb von elf Minuten eine halbe Stunde vor Schluss 0:2 zurück, in letzter Sekunde gelang durch den Ägypter Amir Warda der Ausgleich. In den elf Runden vor Canadis Entlassung am 9.April 2017 feierte Raid auch nur zwei Siege. So wie jetzt unter seinem früheren Assistenten Djuricin.

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