Zehn Runden vor Ende des Grunddurchgangs der ICE League erreichte Tabellenführer KAC am Sonntag durch ein 5:3 nach 0:2 und 2:3 bei den Linzer Black Wings als erste Mannschaft fix im Viertelfinale. Trotz zahlreicher Ausfälle. Die Nachwuchsarbeit, sicher die beste bei den österreichischen Klubs, machte dies möglich. Die Linzer bleiben auf Rang acht voll im Kampf um die Pre-Play-off-Plätze. Punktgleich mit den Vienna Capitals, zwei Punkte mehr als Ferencvaros Budapest, drei vor Villach. Die Kärntner blieben trotz des 3:2 gegen Fehervar nach Verlängerung auf Rang elf, der nicht reichen würde, haben ein Spiel weniger als die Ungarn und Wiener, zwei weniger als die Linzer. In dieser engen Situation sind nur Siege nach regulärer Zeit wirklich hilfreich.
Den Vienna Capitals gelang nur einer in den letzten drei Auswärtsspielen. Das 0:4 bei den Grazer 99ers kam erwartet, das 0:4 am Freitag bei den Pioneers Vorarlberg, wobei es bereits nach 18 Minuten 0:3 stand, tat weh. Samstag war das 5:2 (2:0, 21, 1:1) beim Letzten HC Innsbruck, der tags zuvor Graz überraschend bezwang, eigentlich nicht mehr als Schadensbegrenzung. Personell tat sich bei den Capitals doch einiges: Einen Tag vor der Niederlage in Feldkirch kam es zur Vertragsauflösung mit Verteidiger Cole Hults. Damit entsprach Sportchef Christian Dolezal dem überraschenden Wunsch des 27 jährigen Amerikaners, der überlegt, seine Karriere zu beenden. Zugleich begann für Dolezal die Suche nach einem neuen Verteidiger.
Von der Verletztenliste zurück sind Tormann Sebastian Wraneschitz, Verteidiger Raphael Wolf, die Stürmer Scott Kosmachuk und Senna Peeters. Der 23 jährige im Sommer vom KAC geholte Teamspieler wurde in einem Vorbereitungsspiel so schwer verletzt, dass er erst nach fünf Monaten Pause Freitag sein erstes Ligaspiel im Trikot der Capitals bestritt. Samstag in Innsbruck kam er mit Kapitän Linden Vey und Kosmachuk in der ersten Linie zum Einsatz, erzielte das fünfte Tor. Head Coach Kevin Constantine fand die Leistung von Peeters sogar großartig. Für Tormann Evan Cawley endete in der Olympiahalle eine lange Serie: Erstmals nach 22 Partien gehörte er nicht zur Startformation. Wraneschitz ersetzte ihn schon am Freitag nach dem ersten Drittel, spielte Samstag durch: „Wenn wir ihn gebraucht haben, dann war er da“, lobte Constantine.
Was die Capitals jetzt noch dringender als einen Verteidiger brauchen, liegt auf der Hand: Zwei Heimsiege. Freitag gegen den Fünften Pustertal, Sonntag gegen den Vierten Bozen. Ansonst wird´s noch kritischer.
Foto: HCI.