Fußball

Cupfinale mit Lustenau als Labsal für Roman Mählichs Trainerseele

Herbert Prohaska konnte im ORF-Studio am Küniglberg bei den Kommentaren zum  Cupsemifinale zwischen Austria Lustenau und Wacker Innsbruck geschickt kaschieren, dass er seinem ehemaligen Spieler und  kongenialen Kommentator-Partner Roman Mählich, jetzt Trainer bei den Vorarlbergern, die Daumen drückte. Er freute sich nach Lustenaus 1:0 (1:0) gegen die Tiroler vor 5000 Zuschauern still in sich hinein. Schließlich hatte Mählich auch unter Teamchef Prohaska zu der Mannschaft gehört, die als letzte österreichische die Qualifikation für eine Weltmeisterschaft geschafft hatte, für die 1998 in Frankreich. Mählichs ORF-Nachfolger Helge Payer monierte hingegen, dass Goldschütze Ronivaldo für den Jubel nach seinem verwandelten Elfmeter zum entscheidenden Tor für seinen Jubel vor der Tribüne mit den Innsbruck-.Fans Rot hätte sehen können, da er schon mit Gelb vorbelastet war. In der Szene bewies Referee Dieter Muckenhammer Fingerspitzengefühl. In der Nachspielzeit nicht mehr, als er Lustenaus Tormann Domenik Schierl Gelb für Spielverzögerung zeigte, womit er beim Finale am 1. Mai in Klagenfurt gesperrt ist. Die Spielverzögerung passierte aber, weil aus dem Insnbrucker Fan-Sektor Gegenstände in Richtung Schierl geflogen waren.

Austria Lustenau zum zweiten Mal nach 2011 im Finale. Ein Ausrufezeichen für die Vorarlberger Fuballszene. Vor neun Jahren gab es im Endspiel unter dem deutschen Trainer Edi Stöhr ein 0:2 gegen Ried mit Paul Gludovatz auf der Bank, am 1. Mai wird der Zweitligist im Klagenfurter Wörthersee-Stadion ein noch klarerer Außenseiter sein. Trotz Ronivaldo, der mit sieben Treffern der beste Torschütze im laufenden Uniqa-Cup ist. Für ihn war es nach der Leistenoperation im Jänner ein bemerkenswerter Tag, das entscheidende Tor für den Einzug in Endspiel zu erzielen.  Dort hat Lustenau nichts zu verlieren Und auch   Mählich (Bild oben). Der sich in Vorarlberg als Tirol-Schreck entpuppte.

Im Viertelfinale WSG Swarovski Wattes ausgeschaltet, im Semifinale Wacker Innsbruck, womit er den Jubel über den Hamburger Mäzen-Investor nach einem Tag vorübergehend etwas einbremste.  Mählich hatte so seine speziellen Tirol-Erfahrungen. 1994/95 spielte er in Innsbruck, war aber bei den Tiroler Fans als Wiener im sogenannte „Dream-Team“ unter Hans Krankl, das den Vorschusslorbeeren nicht gerecht wurde, nie wirklich willkommen. Nach einem Jahr wechselte er nach Graz zu Sturm, wo er die beste Zeit seiner Spielerkarriere hatte: Zweimal Meister, je dreimal Cupsieger und Supercup gewonnen, dazu Gruppensieger in der Champions League.

Bei Sturm gab es aber auch die bisher größte Enttäuschung in seiner Trainerkarriere. Im November 2018 engagiert, als die Qualifikaton für die Meisterrunde in Gefahr war. Noch die Qualifikation zur Europa League geschafft, aber dennoch im Juni 2019 beurlaubt. Auf Druck aus der obersten Chefetage. Auch wenn es  keiner zugibt, das war mit ein Grund, warum Sturms Sportchef Günter Kreissl im Juni in dieser Funktion aufhören wird. Somit bedeutete der Aufstieg ins Cupfinale auch Labsal für eine verwundete Trainerseele: „Von mir fällt eine Riesenlast ab“, gestand Mählich nach Schlusspfiff, „von Euphorie spür ich noch nichts!“ Das änderte sich im Verlauf des Abends

Wer weiß, vielleicht fahren am 1. Mai auch einige Sturm-Fans über die Pack ach Klagenfurt, um Mählich im Finale zu unterstützen. Als eine Art Wiedergutmachung für das geschehene Grazer Unrecht.

 

Foto: © SK Sturm Graz Media (GEPA Pictures).

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